Salzburgs Auf und Ab unter Red Bull

Bilder: Drei Meistertitel, aber auch viele geplatzte Träume, sind die Bilanz der "Bullen" unter der Ära des Konzerns.

Im Sommer 2005 übernahm Dietrich Mateschitz mit seinem Red-Bull-Konzern die zu diesem Zeitpunkt klamme SV Austria Salzburg vom damaligen Präsidenten Rudolf Quehenberger. Der Verein wurde in Red Bull Salzburg umbenannt und alte Zöpfe abgeschnitten. Der "neue" Klub wollte von der Vereinstradition nichts wissen. Kurt Jara übernahm das Traineramt. Österreichische Spieler wie Christian Mayrleb (l.), Alexander Manninger ... ... sowie Markus Schopp (r.) wurden Seite an Seite mit deutschen Legionären wie Thomas Linke (l.) und Alexander Zickler (m.) Zweiter in der Bundesligasaison 2005/'06. Salzburg und Jara trennten sich jedoch nach Saisonende. Durchschnittlich 16.512 Zuschauer wollten in dieser Spielzeit dem neu zusammengestellten Team bei der Arbeit zusehen. Für die Saison 2006/'07 wurden Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus verpflichtet, um Jara zu ersetzen. Das Duo am Salzburger Ruder verpasste gegen den FC Valencia ... ... die Qualifikation für die Champions League. Allerdings krönte man sich im April 2007 zum österreichischen Meister. Wirklich rund lief es bei Salzburg aber nicht. Wegen unterschiedlicher Auffassungen ... ... trennte man sich vor der nächsten Saison von Matthäus. Das große Ziel der Salzburger, die Teilnahme an der Champions League, wurde auch 2007/'08 nicht erreicht. Die "Bullen" schieden mit einem Gesamtergebnis von 2:3 gegen Schachtjor Donetsk aus und im UEFA-Cup war in Runde eins gegen AEK Athen bereits Schluss. In der Liga lief es auch nicht besonders, auch wenn am Schluss der zweite Platz erreicht wurde. Negativhöhepunkt: Das 0:7 im eigenen Stadion gegen Rapid Wien. Stefan Maierhofer, heute Salzburger, steuerte damals zwei Treffer bei. Auch für Trapattoni ging die Zeit in Salzburg zu Ende. Er hatte fertig. Bei Salzburg begann die Zeit der Niederländer. Am 1. Juli 2008 übernahm Co Adriaanse von Trapattoni. Wie schon in den Jahren zuvor war auf internationalem Parkett nach ... ... der ersten Runde des UEFA-Cups schon wieder Endstation. Die Grundlage für die spätere Trennung von Adriaanse war damit bereits gelegt. In der Liga lief es hervorragend und Marc Janko setzte mit 39 Saisontreffern eine Traummarke. Die "Bullen" sicherten sich mit einem 2:1 beim ... ... LASK vorzeitig den Meistertitel, weil Hauptkonkurrent Rapid in derselben Runde in Ried mit 0:3 verlor. Adriaanse wurde mit den Salzburgern also Meister und musste nach einer Saison ... ... dennoch bereits wieder gehen. Sein Nachfolger ... ... wurde Landsmann Huub Stevens. Die Entscheidung wurde schon im April gefällt. Doch auch unter Stevens ging der Wunsch, endlich in der Königsklasse auflaufen zu dürfen, nicht in Erfüllung. In der letzten Runde scheiterte man mit Maccabi Haifa an einer durchaus nehmbaren Hürde. Umso besser lief es dafür in der Europa League. Salzburg konnte gegen die Kaliber Villarreal, Lazio Rom und Lech Poznan alle sechs Gruppenspiele gewinnen. Das gelang sonst keinem anderen Team im Bewerb. In der nächsten Runde gegen Standard Lüttich führte man auswärts bereits 2:0, verlor dann aber noch mit 2:3 und nach einem 0:0 im Heimspiel war man bereits wieder ausgeschieden. In der Bundesliga sorgte ein hässliches Foul für Aufregung. LASK-Stürmer Lukas Kragl verletzte Salzburg-Kapitän und -Goalie Eddie Gustafsson schwer. Der Ausfall des Schlussmannes brachte die souverän in Führung liegenden Salzburger so durcheinander, dass sie fast noch den Titel verspielt hätten. In der letzten Meisterschaftsrunde gewannen die Salzburger aber bei Sturm Graz und die Titelverteidigung war geschafft. Nach der Saison verabschiedete sich Goalgetter Janko in Richtung Twente Enschede. Der Transfer brachte rund 6,5 Millionen Euro ein. Früh wurden die Hoffnungen der Fans des Klubs in der Saison 2010/'11 getrübt, als man erneut die Champions League verpasste. Im Play-off gegen Hapoel Tel Aviv verlor man das Heimspiel mit 2:3 und kam in Israel nicht über ein 1:1 hinaus. Zu wenig. In der Europa League wurde man gegen Juventus Turin, Manchester City und Lech Poznan Gruppenletzter. Stevens konnte an der Seitenlinie nichts mehr bewirken, auch in der österreichischen Bundesliga versank der "Bullen"-Stern. Mit nur 5300 Zuschauern beim Sieg gegen Sturm Graz kam es in der Ära von Red Bull zum Minusrekord. Neun Runden vor Meisterschaftsende trennte man sich am 8. April 2011 von Stevens. Der einstige Techniktrainer ... ... im Verein, Ricardo Moniz, wurde befördert und sicherte in der Liga zumindest Platz zwei. In dieser Saison bleiben die "Bullen" erneut hinter den Erwartungen zurück, stehen in der Europa League vor dem Aus und hinken in der Liga hinterher.

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(KURIER.at / jom) Erstellt am
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