Sport | Fußball 10.12.2011

Ronaldo: Der Schöne ist immer weniger ein Biest

Bei Ronaldo ist eine gewisse Wandlung spürbar. © Bild: REUTERS

Cristiano Ronaldo, ein Spieler an dem sich die Geister scheiden, ist ein wenig stiller geworden.

Madrid, 22 Uhr, acht Grad, die Frisur wird halten. Cristiano Ronaldo, Superstar von Real, pflegt gewöhnlich wie aus dem Ei gepellt den Rasen zu betreten. Das Haupthaar mit Gel und Taft gestylt, das Gesicht gebräunt und eingecremt.Vorbei sind die Zeiten, in denen Ronaldo allein durch sein mitunter arrogantes Auftreten für Aufregung sorgte. Für 90 Millionen Euro war er 2009 von Manchester nach Madrid gewechselt - und mit ihm sein Image als portugiesische Diva, die zwar athletisch perfekt und technisch brillant agiert, aber auch egoistisch, theatralisch und über alle Maßen verliebt in das eigene Spiel ist. Nicht selten übersah Ronaldo in der Vergangenheit den besser positionierten Mitspieler.

Ronaldo polarisiert und gefällt sich in der Rolle des lauten Nachbarn mit den edlen Autos. Auf Schmährufe gegnerischer Fans meinte er, der zugibt sich auch den Hintern zu rasieren: "Sie beneiden mich, weil ich reich, schön und ein großer Fußballer bin."

Wandlung

Der Lautsprecher ist ein wenig stiller geworden, er gibt mehr auf dem Platz als in seinem Privatleben den Ton an. Seit mehr als einem Jahr spielt der Flügelstürmer in Überform und erzielt für Real wichtige Tore, wie beim 1:0 im Cupfinale gegen Barcelona. In der aktuellen Saison hat der Portugiese in 14 Spielen 17 Volltreffer erzielt, auch in der Champions League schon drei Mal getroffen. Alle 71 Minuten im Schnitt trifft Ronaldo in das gegnerische Tor.

Schon in der abgelaufenen Meisterschaft machte er sich mit 40 Toren in 34 Matches zum Pichichi de la Liga, dem Torschützenkönig der Primera Division. Derzeit hält er bei 167 Toren in 273 Spielen für Manchester United und Real Madrid.



Elite

Kein Wunder, dass der 26-Jährige neben Messi und Xavi bei der Wahl zum Weltfußballer 2011 nominiert wurde. Das Ergebnis wird am 9. Jänner in Zürich bekannt gegeben. In seinen bisherigen neun Clásicos hat Ronaldo allerdings nur drei Tore erzielt und steht damit klar im Schatten von Lionel Messi. Doch der Egozentriker wird zum Teamplayer: "Wenn jemand mir den Deal zusagen könnte, dass ich zehn Tore weniger schieße und wir gewinnen dafür die Meisterschaft, ich unterschreibe."

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( Kurier ) Erstellt am 10.12.2011