Rio Ferdinand ist sauer
Die Defensive Marke Chelsea war so ziemlich das einzige, was kurz vor der
Europameisterschaft im dezimierten Team der "Three Lions" noch einwandfrei funktionierte.
Bis Samstag. Abwehrrecke Gary Cahill zog sich beim 1:0-(1:0)-Arbeitssieg gegen Belgien im letzten Testspiel einen Kieferbruch zu fällt für die EM aus. Als Ersatzmann wurde Liverpool-Verteidiger Martin Kelly nachnominiert. Und das versteht einer überhaupt nicht: Englands Ex-Kapitän
Rio Ferdinand.
"Fehlender Respekt"
Der Defensivmann von Manchester United ist wegen seiner Nichtnominierung für die am Freitag beginnende Europameisterschaft in Polen und der Ukraine verstimmt: "Aus welchen Gründen???", twitterte der enttäuschte Ferdinand unmittelbar nach Kellys Nachnominierung.
In England wird nun spekuliert, dass Hodgsons Entscheidung keine sportlichen Gründe hat, schließlich ist zwischen Ferdinands Bruder Anton und John Terry eine für Anfang Juli anberaumte Gerichtsverhandlung ausständig.
"Da fehlt es an Respekt. Er will spielen", klagte auch Ferdinands Manager Jamie Moralee in englischen Medien.
Auch Terry im Krankenhaus
Der Defensivpartner des verletzten Cahill, John Terry, musste ebenfalls ins Krankenhaus. Hodgson nahm ihn gegen
Belgien in der 73. Minute wegen eines festen Oberschenkelmuskels vom Platz. Am Sonntag gab es Entwarnung, Terry wird bis zum EM-Auftakt gegen Frankreich am 11. Juni fit.
"Was die Abwehr angeht, haben wir nicht so schlecht gespielt", sagte der Trainer auch nach der aus Sicht der Engländer eher ernüchternden Generalprobe gegen harmlose Belgier. "Aber wir haben sicherlich eine Menge Arbeit vor uns, um unsere Offensiv-Form zu verbessern. Wir schaffen es im Moment noch nicht, die Bälle in die Lücken hinter den Mittelfeldspielern zu kriegen."
Außenseiter
Auch im Angriff plagen Hodgson Verletzungssorgen. Nach den Absagen von Frank Lampard (Chelsea) und Gareth Barry (Manchester City) fehlen ihm die Alternativen im zentralen Mittelfeld neben
Liverpools Routinier Steven Gerrard. Und Stürmerstar Wayne Rooney ist erst für die dritte und letzte Gruppenpartie gegen Gastgeber Ukraine nach seiner Sperre wieder spielberechtigt.
Immerhin erfüllte der zweite Stürmer Danny Welbeck seine Aufgabe gegen Belgien. "Das war das Highlight des Spiels", sagte Hodgson mit Zweckoptimismus in der Stimme über den 21-jährigen Torschützen von
Manchester United.
Auch die englischen Medien suchen vor lauter Verzweiflung kurz vor der EM schon im Negativen das Fünkchen Hoffnung. "Niemand erwartet von uns, dass wir gewinnen", schrieb der Sun-Kolumnist Terry Venables. "Das könnte den Druck nehmen."
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