Ried zum Jubiläum im Finale
Wenige Tage vor der 100-Jahr-Feier hat sich die SV Ried selbst beschenkt und mit einem 2:0 Heimerfolg gegen die Austria das Cup-Finale erreicht. Damit haben die Innviertler auch großen Schritt Richtung Europacup-Startplatz gemacht.
"Wir waren über 90 Minuten die klar bessere Mannschaft. Es war eine unglaubliche Mannschaftsleistung", lobte Coach Gerhard Schweitzer sein Team. Und Abwehrchef Thomas Reifeltshammer ergänzte: "Wir haben der Austria keinen Raum gelassen, wenig zugelassen, unsere Chancen genutzt und verdient gewonnen."
Die Oberösterreicher können nun deutlich gelassener ins Bundesligafinish gehen, müssen sie doch nur darauf hoffen, dass Cupfinalist und Tabellenführer Salzburg auch Meister wird. Dann hätten Thomas Gebauer und Co. ihren internationalen Startplatz unabhängig vom Endspiel-Ausgang sowie der Platzierung in der Meisterschaft sicher.
"Grandiose Entwicklung"
Nur auf die Schützenhilfe Salzburgs will man sich aber nicht verlassen. Im dritten Endspiel der Vereinsgeschichte soll am 20. Mai auch der dritte Titelgewinn nach 1998 (3:1 gegen Sturm Graz) und eben im Vorjahr (2:0 gegen Austria Lustenau) fixiert werden. "Für mich ist es unglaublich, zum zweiten Mal in Folge im Cupfinale zu stehen. Ich hoffe aller guten Dinge sind drei", sagte Ried-Manager Stefan Reiter.
Der 51-Jährige hat einen großen Anteil am Erfolg der Innviertler, gelingt es ihm doch jedes Jahr wieder eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen. "Wenn man bedenkt, dass gegen die Austria nur mehr drei Spieler auf dem Platz gestanden sind, die vergangenes Jahr im Finale waren, dann haben wir in einem Jahr wieder eine grandiose Entwicklung genommen", freute sich Reiter.
Deutlich düsterer sind die Aussichten bei der Austria: Durch den 3:0-Erfolg gegen Wacker Innsbruck am Samstag hatte sich Trainer
Ivica Vastic einen Schub erhofft. Dieser blieb allerdings aus. Die Wiener erinnerten im Innviertel wieder an die zuvor großteils schwächeren Auftritte - nur zwei Siege in den jüngsten sieben Meisterschaftsrunden - und müssen mehr denn je um die Europacup-Teilnahme bangen.
Unmittelbar damit verbunden ist auch die Zukunft von Vastic, dessen Vertrag sich nur bei Erreichen des Saisonziels automatisch verlängert. "Wir werden jetzt in der Meisterschaft alles dafür machen, damit wir es in die Europa League schaffen", sagte der Austria-Trainer.
"Wir haben es in der Hand, den Trainer zu stärken"
Derzeit liegen die Wiener noch auf Rang drei und nehmen den zweiten Europa-League-Startplatz ein. Am Samstag wartet allerdings das schwierige Auswärtsspiel gegen den punktgleichen Vierten Admira, der diese Saison in der Trenkwalder-Arena schon 31 Punkte (9 Siege, 4 Remis, 3 Niederlagen) gemacht und im Gegensatz zu den Favoritnern deutlich weniger Druck hat.
"Wir haben es in der Hand, den Trainer zu stärken, indem wir Leistung bringen", forderte Austria-Goalie Heinz Lindner einen deutlich besseren Auftritt am Wochenende. Gegen die Rieder habe die Leistung nicht gepasst. Dessen war sich auch Vastic bewusst. "Wir haben durch individuelle Fehler die Tore bekommen und verdient verloren. Uns hat auch die Entschlossenheit vor dem Tor gefehlt", resümierte der Austria-Coach.
In Abwesenheit des am Kopf verletzten Roland Linz vermochte Roman Kienast an vorderster Front nicht zu überzeugen. Auch die eingewechselten Martin Harrer, bei seinem Pflichtspieldebüt, und Dario Tadic konnten dem Spiel keine Wende mehr geben. Auf der anderen Seite glänzten die Rieder mit einer starken Mannschaftsleistung. Der Spanier Guillem ragte dabei als Doppeltorschütze heraus.
Dare Vrsic kommt
Die Wiener Austria hat am Donnerstag auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Der slowenische Teamspieler Dare Vrsic wechselt im Sommer von Olimpija Ljubljana zum Bundesliga-Tabellendritten und erhält dort einen Vertrag bis Sommer 2016. Über die Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart.
Der 27-jährige Offensivspieler absolvierte in dieser Saison 39 Pflichtspiele für die Mannschaft aus Laibach, bei der er noch einen Vertrag bis Ende 2013 gehabt hätte, und brachte es dabei auf 27 Tore.
"Wir haben immer gesagt, dass wir jene Offensivkraft, die wir im Winter verloren haben, ersetzen und kompensieren werden. Mit Vrsic ist uns der erste Schritt in diese Richtung gelungen", sagte Austria-Sport-Vorstand Thomas Parits.
Der zwölffache slowenische Teamspieler werde die Mannschaft mit seiner Spielintelligenz und Qualität sicher verstärken. "Wir haben ihn immer wieder beobachtet und sind überzeugt, dass er ein sehr wichtiger Spieler für uns werden wird", ergänzte Parits.
Vrsic absolvierte bereits die medizinischen Untersuchungen in Wien und wird beim Trainingsauftakt am 11. Juni erstmals zur Mannschaft stoßen.
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