Remis zwischen Polen und Griechenland
Es war nicht zu überhören. Weder im Stadion noch auf den Straßen. "Polska, Polska", tönte es an jeder Ecke zu jeder Zeit in der polnischen Hauptstadt.
Um 18.17 Uhr überschritt die "Polska"-Dezibelzahl wohl den bisher gemessenen Rekordwert.
Robert Lewandowski hatte die Polen beim Eröffnungsspiel in Führung gebracht, und ein Land war aus dem Häuschen. Der kollektive Fußballtaumel währte aber nur 50 Minuten. Denn um 19.08 Uhr traf der Grieche Salpingidis mitten ins polnisch-euphorische Fußballherz.
Schale Sache
Um 19.29 Uhr wurde es wieder laut im Land. Den Fans fiel ein Stein vom Herzen, weil der Grieche Karagounis einen Elfer verschossen hatte.
Völlig überfüllte Straßenbahnen hatten schon den ganzen Tag Fans zum Stadion gebracht. Wer keinen Platz fand, der schwenkte seinen Schal und ging singend über die Brücke. Die Hauptverkehrsachse zwischen der Innenstadt und der Arena am östlichen Weichselufer war schon am Nachmittag für den Autoverkehr gesperrt worden.
Der EM-Ball wurde eröffnet, es wurde in Warschau auf guten Erfolg angestoßen. Polen gegen
Griechenland war zwar nicht der Spitzentanz der Superstars. Aber die beiden Mannschaften machten dem Warten ein Ende. Rot-Weiß war die Modefarbe im ganzen Land. Auch im Oval, wo rund 50.000 Polen – die griechischen Fans waren in der Minderzahl der 58.000 Zuschauer – die Hymne zu singen begannen.
Starke Sache
Auch auf dem Spielfeld gaben die Polen den Ton an. Die Griechen standen in der Defensive unsicher. Drei Spieler waren die Hoffnungsträger, jene drei, die mit Dortmund die Meisterschaft gewonnen haben. Und tatsächlich resultierte der viel umjubelte Führungstreffer aus dem Zusammenspiel der Herren Piszczek, Blaszczykowski und Lewandowski.
Kurz vor der Pause stärkte
Carlos Velasco Carballo den Polen mit einer harten Entscheidung den Rücken. Der spanische Referee schickte den Griechen Sokratis nach der zweiten ungerechtfertigten Gelben vom Feld. Wie sollten die Griechen mit zehn Mann den Ausgleich schießen, wenn sie mit elf zu keiner ernsthaften Chance gekommen waren? Den Beweis trat Salpingidis an, der nach schönem Angriff über rechts abstaubte.
Abseits
Den Polen rutschte das Herz scheinbar in die Hose, Salpingidis spielte groß auf. Polens Tormann Szczesny legte den griechischen Joker im Strafraum und sah dafür die Rote Karte. Für ihn kam Tyton ins Tor, der beim Elfer von Karagounis zum polnischen Titan wurde und den Strafstoß hielt. Salpingidis erzielte kurz darauf wieder einen Treffer, der wegen Abseits nicht gegeben wurde.
Es waren die polnischen Spieler, die die Partie aus der Hand gaben und damit das EM-Fieber dämpften.
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