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29.04.2018

Rapid Wien kommt bei Sturm Graz mit 2:4 unter die Räder

Keine Chance auf Cup-Revanche: Sturm Graz fegte im Bundesliga-Schlager regelrecht über Rapid hinweg.

Mut war vor dem Schlager Sturm Rapid das zentrale Wort. Von Sturm-Coach Heiko Vogel war es mutig, den künftigen Rapidler Marvin Potzmann in die Startelf zu stellen. Von Rapid-Trainer Goran Djuricin wäre es (zu) mutig gewesen, Lucas Galvão trotz Kapselverletzung aufzustellen. Der Abwehrchef musste vom (diesmal überforderten) Mario Sonnleitner ersetzt werden.

Und mutig war es auch, den zuletzt fehlerhaften Manuel Schüttengruber mit der Leitung dieser Schnittpartie zu betreuen. Günter Kreissl verlor bereits zur Pause die Nerven, der Sturm-Sportdirektor stürmte aufs Feld. Schüttengruber und Rapid-Kapitän Stefan Schwab bekamen einiges zu hören.

Am Schluss jubelten die meisten der 14.573 Zuschauer. Nach dem 2:4 gegen starke Grazer braucht Rapid nicht mehr über Platz zwei zu reden. Vorerst ging sogar Rang drei an den LASK verloren.

Umgebaut

Wegen der Ausfälle von Galvão und Boli Bolingoli startete Rapid mit einer komplett neuen Viererkette, die erste Zerreißprobe wurde nicht bestanden. Stefan Hierländer, Deni Alar und Thorsten Röcher assistierten gekonnt, Emeka Eze musste nur noch einschieben (3.).

Rapid wurde durch Thomas Murg und Veton Berisha gefährlich, beide verfehlten das Tor. Die größte Chance hatten aber die Grazer mit ihrem extrem flexiblen System: Vier Spieler für die Defensive, vorne Eze und dazwischen flutschte ein Quintett durch die gefährlichen Zonen. So wie Peter Zulj, der nach Eze-Pass allein auf Richard Strebinger zulief. Der Heber verfehlte das Tor (23.).

Umgekehrt lief es dann fünf Minuten später: Zulj suchte mit einem Corner Eze, und der 21-Jährige hatte keine Probleme, sich gegen Sonnleitner durchzusetzen – Kopf, 2:0. Das fünfte Ligator von Sturm gegen Rapid in dieser Saison war übrigens das erste, an dem Röcher nicht direkt beteiligt war.

In Minute 40 schöpften die Hütteldorfer im 200. Meisterschaftsduell der Traditionsklubs (bisher 100 Rapid-Siege) wieder Hoffnung. Die perfekte Murg-Flanke setzte Giorgi Kvilitaia per Kopf sehenswert ins Eck – 2:1. Die Grazer hatten zuvor vergeblich Foul reklamiert.

Rapide Auflösung

In Hälfte zwei wartete Sturm auf Nadelstiche. So wie nach einem Maresic-Pass: Hofmann verschätzte sich, Peter Zulj überhob Strebinger – 3:1 (62.). Danach löste sich die schwache Rapid-Defensive komplett auf. Strebinger rettete gegen Eze, doch der Ball wurde wieder nach hinten gespielt. Alar nahm Hofmann den Ball ab, und schon war James Jeggo frei – 4:1 (72.). Erstmals unter Djuricin kassierte Rapid vier Treffer – und das am Tag vor der geplanten Vertragsverlängerung des Trainers.

Zu Beginn der Rapid-Viertelstunde gelang Thomas Murg nach einem Eckball ein Schlenzer zum 4:2. Es folgten Großchancen auf beiden Seiten, Armin Mujakic traf die Stange, aber ein Punkt wäre nicht verdient gewesen.