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Sport Fußball
08/03/2012

Rapid verliert in Novi Sad

Europa-League-Qualifikation: Steffen Hofmann vergibt beim Stand von 0:1 kurz vor Schluss einen Elfmeter - Endstand 1:2.

Prestige, Geld und Erfahrung brachten Rapid die erfolgreichen Europa-League-Qualifikationen in den Jahren 2009 und 2010. Nach einem Jahr Pause ist die erneut angepeilte Gruppenphase für die Hütteldorfer Donnerstagabend aber nicht näher gerückt. Nach einer verrückten Schlussphase siegte Novi Sad 2:1, im Rückspiel am Donnerstag muss Rapid unbedingt siegen.

Rotation

Peter Schöttel hatte wie angekündigt die Rotationsmaschine angeworfen und dabei auf defensiv und kämpferisch starke Typen gesetzt. Schimpelsberger und Pichler kamen in die Verteidigung, Heikkinen im Zentrum und Burgstaller in der Offensive neu ins Team. Das ergab eine vorsichtige Variante um die zwei Schlüsselspieler von Novi Sad aus der Partie zu nehmen: Spielmacher Moreira und Stürmer Oumarou, der trotzdem zur ersten Chance in einer flotten Partie kam (4.).

Mit einem Freistoß von Steffen Hofmann war die Startoffensive der von rund 10.000 Fans angetriebenen Serben beendet. Rapid wurde zwingender, war aber nicht effektiv. Burgstaller setzte einen Heber nach einem Patzer von Tormann Supic neben das verwaiste Tor (32.), nur eine Minute später zielte Hofmann zu genau. Sein Weitschuss wurde zu einem von 600 mitgereisten Rapidlern vergeblich bejubelten Lattenpendler.

Die Vollmond-Nacht blieb hitzig. Vom Stolz der Vojvodina war in Österreich bisher nur der nach einer Stunde ausgewechselte Ex-LASK-Legionär Skuletic bekannt. Was der auf der Tribüne sitzende EM-Torschützenkönig von 2000, Savo Milosevic, in Hälfte zwei geboten bekam, würde aber auch in der Bundesliga zu einer guten Platzierung führen.

Die beiden dunkelhäutigen Publikumslieblinge Oumarou (54.) und Moreira (70.) kamen zu Chancen, weil Rapids Fehlerquote im Gegensatz zur Temperatur stieg. Gefährlich wurden die Gäste nur noch durch Boyd, der übers angepeilte (Auswärts)-Tor schoss (62.).

Führungstor

Ausgerechnet zu Beginn der Rapid-Viertelstunde setzte sich Oumarou gegen die Innenverteidiger Sonnleitner und Pichler entscheidend durch und traf zum 1:0 ins Eck (75.).

Sieben Minuten später waren die Hütteldorfer dem Ausgleich ganz nahe. Nach einem Gerangel bei einem Eckball entschied der schwache kasachische Schiedsrichter Kuchin auf Elfmeter. Hofmann, ein oft erprobter Schütze, verlud Tormann Supic, traf aber zum zweiten Mal Metall. Der Ball landete am Lattenkreuz, der folgende Kopfball von Sonnleitner über dem Tor.

In der Nachspielzeit wurde es noch spektakulärer. Tormann Königshofer hörte einen Pfiff, der aber nicht vom Referee kam – und legte den Ball ab, um einen Freistoß auszuführen, den es nicht gab. Joker Bojovic erkannte die Situation und schoss am verdutzten Königshofer (der sich sogar duckte) vorbei zum 2:0 ein.

Unter den Rapidlern wurde vermutet, dass der Pfiff sogar von Novi Sads Betreuerbank kam. Die Proteste hatten aber keinen Erfolg bei Kuchin, der noch eine (siebente) Minute nachspielen ließ, die doch das Auswärtstor brachte: Joker Deni Alar jubelte mit der letzten Aktion über einen von Hofmann abgespielten und dann abgefälschten Freistoß – 2:1.
"Dieses Tor war ganz wichtig. Vorher hätte ich den Elfer verwandeln müssen, aber mit dem 2:1 können wir das noch in Wien gutmachen", sagte Hofmann.

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