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Sport Fußball
03/25/2020

Rapid: Polizei will 1.020 Euro für Körner-Gedenkmarsch

Die Rechnung für einen Vorsänger: 15 Beamte, zwei angefangene Stunden, a 34 Euro. Macht insgesamt 1.020 Euro.

von Günther Pavlovics

Strenge Rechnung, gute Freunde. Das Motto muss nicht immer stimmen, wie am Mittwoch die „Rechtshilfe Rapid“ beklagt. Grund dafür ist ein Stundensatz, den die Landespolizei Wien für einen Einsatz am 1. März 2020 verrechnete.

Damals hatten Rapid-Fans einen gemeinsamen Marsch zum Grab von Klub-Legende Alfred Körner und wieder zurück zum Stadion gemacht. In der Kostenvorschreibung „anlässlich der Amtshandlung durch Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes am 1. 3. 2020 von 12.00 bis 13.45 (15 Organe)“ wird vorgerechnet: Zwei angefangene Stunden a € 34 macht für 15 Beamte € 1.020,00.

Gefahr für Leben und Gesundheit

Die Rechnung bekam einer der Vorsänger des Block West zugestellt. Zu Unrecht wie die „Rechtshilfe Rapid“ meint. Vor allem die Begründung wird kritisiert. Es heißt in der Kostenvorschreibung: „Gebühr für grob fahrlässiges sich Aussetzen einer Gefahr für Leben und Gesundheit“.

Die „Rechtshilfe Rapid“ vertritt die Ansicht, der Sinn dieser Bestimmung sei, dass Menschen, die sich leichtsinnig in Gefahr bringen und von Polizisten „gerettet" werden müssen, auch dafür zahlen sollen.

Die Fans hätte sich bei diesem gesitteten Marsch nicht leichtsinnig einer Gefahr ausgesetzt. Zudem fand der Marsch noch vor den Corona-Beschränkungen statt. Daher erklärt die „Rechtshilfe Rapid“: „Es ist zwar nett, dass der Polizei das Leben und die Gesundheit des Vorsängers am Herzen liegt, die dafür ausgestellte Rechnung werden wir aber natürlich entschieden zurückweisen."