Portugal: Erstligist mit nur acht Kickern

Nachdem 16 Spieler ihre Verträge gekündigt hatten, trat Uniao Leiria mit einer Rumpfmannschaft an.
Eine Gruppe Fußballspieler in weißen Trikots umarmt sich auf dem Spielfeld.

Der hoch verschuldete portugiesische Erstliga-Klub Uniao Leiria ist zum Punktspiel gegen den CD Feirense mit nur acht Fußballern angetreten. Die paar hundert Fans des Tabellenletzten verabschiedeten die Heim-Spieler am Sonntag trotz des 0:4 mit Beifall. 16 Profis hatten am Freitag ihre Verträge gekündigt, weil der Klub mit den Gehaltszahlungen vier Monate im Rückstand ist.

"Eine Schande für unseren Fußball", klagte ein TV-Kommentator empört. Fünf der acht Spieler, die am Sonntag für Leiria im Stadion Marinha Grande aufliefen, sind ausgeliehen und bekommen ihr Geld deshalb von anderen Klubs.

Die Hausherren leisteten bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte bravourös Widerstand, bevor Miguel Pedro das erste Tor schoss. Danach wurde der junge slowenische Heimtorwart Jan Oblak (19) noch von Pedro Queirós (51.), Miguel Pedro (58.) und Buval (89.) bezwungen.

Nach der Pleite vom 28. Spieltag ist Leiria - der 2007/08 am UEFA-Pokal teilnahm - zwei Runden vor Schluss mit 19 Punkten abgestiegen. Doch die Profiliga LPFP erwägt eine Aufstockung der ersten Liga von 16 auf 18 Vereine in der nächsten Saison. In dem Fall könnten die zwei vorgesehenen Absteiger doch in der Liga bleiben. Der scheidende Uniao-Vorstandsvorsitzende Joao Bartolomeu Profiliga-Chef Mario Figueiredo kündigten gerichtliche Schritte gegen die 16 ausgetretenen Profis an.

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