Österreich schlägt Türkei 2:0
Es ist kaum zu glauben, welch absurde Geschichten diese Nationalmannschaft immer wieder zu liefern vermag. Eine Dramaturgie, die eigentlich an den Haaren herbeigezogen scheint, so unglaublich hat der Tag des Länderspiels gegen die Türkei begonnen. Zuerst der beleidigte, von fast wirren Gedanken begleitete Rückzug des Paul Scharner aus dem Nationalteam.
Dann wird das österreichische Team vom türkischen Torhüter derart reich beschenkt, als wollte er mithelfen, die Wogen beim Gastgeber zu glätten. Günök patzte innerhalb der ersten fünf Minuten zwei Mal und ließ dem Koller-Team erst gar keine Zeit, sich in irgendeine Verunsicherung zu verirren.
Der erste Sieg gegen die Türkei seit 23 Jahren kam gerade recht, um vor dem WM-Qualifikationsauftakt gegen Deutschland (11. September) nicht in eine Angststarre verfallen zu müssen. Marcel Koller, der Schweizer Trainer, behielt nebenbei seine weiße Weste im Jahr 2012.
Der Teamchef selbst hakte die Scharner-Affäre ab, stellte Prödl neben Pogatetz in die Innenverteidigung, ließ Fuchs, den neuen Kapitän, auf der linken Seite vor Suttner ins Mittelfeld rücken und nominierte Harnik als Solisten im Angriff. Personelle Neugestaltungen, die meist ihre positive Wirkung zeigten. Das Team stand kompakt, ließ vor allem in der ersten Halbzeit dem technisch starken Gegner keinen Spielraum.
Blackout
Und der von Günök inszenierte Spielverlauf steuerte die nötige Sicherheit bei. Oder, wenn man so will: Die von Koller ausgegebene Devise, früh und aggressiv zu attackieren, wurde belohnt. Beinahe panisch drosch der vom österreichischen Pressing befallene Günök den Ball vor die Füße von Kavlak. Ausgerechnet der Legionär von Besiktas Istanbul bestrafte den türkischen Torhüter für sein Missgeschick. Mit einem Heber zum 1:0 (2.). Sonst blieb der Mittelfeldspieler, der die Rolle des verletzten Alaba übernommen hatte, eher unauffällig.
Fehlgriff
Der Treffer ließ die Türken stolpern und brachte sie tatsächlich ein zweites Mal zu Fall. In der fünften Minute brachte ein schneller Vorstoß von Harnik den türkischen Keeper wieder in Bedrängnis. Ein Griff ans Bein, dann erst zum Ball – es folgte der Elfmeterpfiff als vielleicht harte, aber vertretbare Entscheidung. Andreas Ivanschitz traf zum 2:0 (6.).
Die logische Folge: Die Türkei bestimmte fortan weitgehend das Spiel. Mit der positiven Erkenntnis, dass sich die Österreicher nie völlig nie in die aussichtslose Defensive drücken ließ. Es war keine berauschende, aber durchaus solide Leistung.
Einlage
Tunay hätte noch einmal Spannung in das Geschehen bringen können. doch er vergab nach feiner technischen Einlage (66.). Der eingewechselte Burgstaller verzichtete per Kopf seinerseits auf das sicher scheinende 3:0 (86.).
Was noch geschah? Nicht mehr viel. Ein paar türkische Fans hielten auf dem Spielfeld einige Ordner auf Trab. Ins Schwitzen geriet Österreichs Team nicht mehr.
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