Salzburg zittert gegen einen Fünftligisten

Ein Fußballspieler köpft den Ball während eines Spiels.
Der Bundesliga-Tabellenführer setzt sich in Maria Lankowitz erst im Elfmeterschießen durch.

Sie bemühten sich redlich, die Salzburger Fußballstars, um die Mega-Blamagen aus der vergangenen Saison gegen Düdelingen (Champions-League-Qualifikation) und Pasching (Cup-Semifinale) vergessen zu machen. Fast wäre dies auch gelungen.

Gegen den steirischen Fünftligisten FC Piberstein Maria Lankowitz zitterten sich die zuletzt so hoch gelobten Salzburger mit einem 1:1 nach inferioren 120 Minuten in ein Elfmeterschießen.

Dort hielten dann wenigstens die Nerven. Während bei den Salzburger Profis alle sechs Schützen ihren Versuch mehr oder weniger sicher verwerteten, scheiterte bei den Amateuren, die in der Oberliga West/Mitte gerade einmal Dritter sind, der sechste Schütze: Pechvogel Grassl traf nur die Latte.

Neue Startelf

Salzburg-Trainer Roger Schmidt hatte seine Mannschaft vor der Partie überraschend kräftig durcheinandergewirbelt. Von der Startelf, die am Sonntag beim 2:2 in der Bundesliga gegen den WAC auf dem Platz stand, waren mit Hinteregger, Ramalho und Berisha nur drei Spieler in der Startelf. Die stärksten Offensivspieler Soriano, Alan, Kampl und Mane waren nicht einmal im Kader.

Trotzdem war die Salzburger Mannschaft namhaft genug, um von ihr erwarten zu können, die steirischen Amateure locker zu besiegen. Klein, Leitgeb, Svento, Reyna, Berisha und Nielsen – noch immer stand eine ansehnliche Anzahl an Teamspielern auf dem Platz.

Und lange schien es auch so, als würden sich die Salzburger durchsetzen. Nach einer zwar nicht glanzvollen, aber zumindest überlegenen ersten Hälfte stand es durch einen Berisha-Treffer 1:0.

Doch die Salzburger versäumten es, höher in Führung zu gehen. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr trauten sich die Steirer zu. In der 70. Minute tobten die Fans in der Piberstein-Arena: Rottensteiner traf nach einem Ramalho-Fehler zum 1:1.

Die Salzburger waren geschockt, produzierten einen Fehler nach dem anderen. Doch Schmidt konnte von der Bank nicht reagieren, musste in Ermangelung von Offensivspielern auf der Ersatzbank mit Ilsanker einen Defensivmann für den offensiven Teigl einwechseln.

Das Spiel ging in die Verlängerung. In dieser spielte Innenverteidiger Hinteregger Stürmer, das hatte der Kärntner zuletzt im Nachwuchs getan. In der 99. Minute waren die Salzburger in Unterzahl: Der eingewechselte Grieche Fountas sah bei seinem Debüt die zweite gelbe Karte – wegen Schiedsrichter-Kritik. In der Verlängerung fiel kein Treffer, Elferschießen dann sechs für Salzburg und nur fünf für Piberstein.

Der SK Sturm Graz hat das einzige Bundesliga-Duell der zweiten Runde im ÖFB-Cup für sich entschieden. Die Grazer rangen den SC Wr. Neustadt zu Hause in der Verlängerung mit 3:0 nieder. Die Tore vor 5.892 Zuschauern erzielten Daniel Offenbacher (91., 103.) und Christoph Kröpfl (101.). Wr. Neustadt beendete die Partie nach zwei Ausschlüssen in der regulären Spielzeit nur mit neun Mann.

Sturm war von Beginn an die bessere Mannschaft, zwingende Torszenen ergaben sich aber erst nach der Pause. Die vergab Sturm dafür in Hülle und Fülle. Alleine Daniel Beichler scheiterte zweimal aus sehr guter Position an Wr. Neustadts starkem Torhüter Jörg Siebenhandl (54./Schuss, 57./Kopfball). Dazu strich ein gefühlvoller Versuch des eingewechselten Kröpfl nur Zentimeter am langen Kreuzeck vorbei (86.).

Zwei Ausschlüsse erleichterten die Angelegenheit für Sturm. War die Rote Karte für Manuel Wallner nach Foul an Beichler noch vertretbar (77.), so lag Schiedsrichter Harald Lechner bei Gelb-Rot für Thomas Fröschl völlig daneben (90.+3). Der Wr. Neustädter kassierte seine zweite Gelbe für eine angebliche Schwalbe, dabei war er von Offenbacher von den Beinen geholt worden.

Mit zwei Mann mehr ließ sich Sturm die Chancen nicht mehr nehmen. Offenbacher traf erst mit einem von Hlinka abgefälschten Fernschuss, dann auch direkt aus mehr als 20 Metern. Dazwischen zielte Kröpfl noch besser als in der regulären Spielzeit, stellte mit Effet ins lange Kreuzeck auf 2:0. Wr. Neustadt ist damit bereits als fünfter Bundesligist nach Meister Austria, Rapid, Aufsteiger Grödig und Wacker Innsbruck aus dem Cup-Rennen.

WAC eine Runde weiter

Der WAC schaffte gegen den burgenländischen Landesligisten SC Pinkafeld sicher den Aufstieg ins Achtelfinale, hatte aber eine Stunde lang zu kämpfen. Erst in der 66. Minute ebnete Martin Salentinig mit dem 1:0 den Weg zum Sieg, letztlich siegten die Kärntner mit 4:1 (0:0).

Eine Stunde lang hielten die Pinkafelder beherzt dagegen und kamen gegen der feldüberlegenen Bundesligisten auch zu zwei Chancen. Die Vorentscheidung fiel, als Kerhe im Konter auf und davon zog und Salentinig ideal bediente. Michael Liendl (70.), Daniel Segovia (78.) und Gernot Suppan (79.) legten wenig später nach. Kerschbaumer gelang in der Schlussminute mit einem Foulelfmeter der Ehrentreffer.

Ried entgeht Blamage

Der zweifache Cupsieger SV Ried ist am Mittwoch glanzlos ins Achtelfinale des ÖFB-Samsung-Cups aufgestiegen. Die Oberösterreicher taten sich gegen den Vorarlberger Landesligisten Dornbirner SV schwer, siegten aber durch Treffer von Toni Vastic (59.) und Thomas Hinum (91.) auswärts mit 2:0.

Ried entging gegen den Fünftligisten einer Blamage, wie sie am Vortag Rekordcupsieger und Meister Austria (1:2 gegen Kalsdorf) und Wacker Innsbruck (1:2 gegen Pasching) jeweils gegen Regionalligisten kassiert hatten. Doch auch die Innviertler Cup-Spezialisten, immerhin Pokalgewinner 1998 und 2011, konnte nicht überzeugen.

Dornbirn hatte vier hochkarätige Chancen durch Pakic (13.), Schelling (55.), Ayiltic (64.) und Kirchmaier (85.), konnte aber keine verwerten. So brachte Vastic die Gäste mit einem Kopfball nach Schicker-Flanke in Führung. Als im Finish die Vorarlberger auf den Ausgleich drängten, machte Hinum nach einem Konter alles klar.

Auch Admira muss ins Elferschießen

Wie Salzburg musste auch die Admira beim FAC Team für Wien bis ins Elfmeterschießen zittern. Das Bundesliga-Schlusslicht war gegen den Tabellendritten der Regionalliga Ost 120 Minuten lang nicht in der Lage, ein Tor zu erzielen. Vom Punkt setzten sich die Niederösterreicher mit 6:5 durch. Den entscheidenden Elfmeter verwertete Admiras Thomas Weber, für den FAC vergab Alois Prohaska.

Die Admira war zwar über weite Strecken des Spiels feldüberlegen, kam aber nicht über einen Lattenschuss durch Rene Schicker (21.) und einen Lattenkopfball von Stephan Auer (94.) hinaus. Auch auf der Gegenseite traf Nenad Panic in der Verlängerung Aluminium (97.). "Die Mannschaft war mehr im gegnerischen Strafraum als zuletzt, aber die Ausbeute war schlecht", erklärte Admiras Neo-Trainer Walter Knaller. "Wir haben auch Glück gebraucht."

Montag:

SAK Klagenfurt ( Regionalliga Mitte) - TSV Hartberg (Erste Liga) 4:2 n.V. (2:2,0:2)
Tore: Biscan (79., 106.), Kropiunik (83.), Kumprej (94.) bzw. G. Friesenbichler (9., 33.). Gelb-Rote Karte: Jolic (50./Klagenfurt)

Villacher SV ( Regionalliga Mitte) - Kapfenberger SV (Erste Liga) 0:3 (0:1)
Tore: Osman Ali (45.), Bingöl (49.), Jelic (78.)

LASK Linz ( Regionalliga Mitte) - SKN St. Pölten (Erste Liga) 3:4 (0:1)
Tore: Kogler (48.), Huber (75./Eigentor), Templ (80.) bzw. Tosun (16.), Sadovic (65.), Bozkurt (82., 93.)

Dienstag:

SC Kalsdorf ( Regionalliga Mitte) - FK Austria Wien (Bundesliga) 2:1 (1:0)
Tore: Stadler (9.), Dorn (93.) bzw. Jun (51.). Gelb-Rote Karte: Miedl (68./Kalsdorf)

FC Pasching ( Regionalliga Mitte/Titelverteidiger) - FC Wacker Innsbruck (Bundesliga) 2:1 (0:0)
Tore: Kablar (73., 87.) bzw. Wernitznig (56.)

SK Austria Klagenfurt ( Regionalliga Mitte) - SC/ ESV Parndorf (Erste Liga) 0:2 (0:1)
Tore: Lindner (41.), Karner (87.)

SK Vorwärts Steyr ( Regionalliga Mitte) - SC Austria Lustenau (Erste Liga) 1:2 (0:1)
Tore: Duvnjak (76.) bzw. Thiago (36., 60.)

SC Mannsdorf (1. Landesliga NÖ) - SV Horn (Erste Liga) 4:6 n.V. (4:4, 2:3)
Tore: Frantsich (38., 44., 70.), Helly (80.) bzw. Sahanek (5., 58.), Toth (25.), Djordjevic (42.), Dilic (108.), Gerner (121.)

SV Austria Salzburg ( Regionalliga West) - SV Mattersburg (Erste Liga) 1:1 n.V. (1:1, 0:0) 2:4 i.E.
Tore: Katnik (48.) bzw. Simic (90/Eigentor)

SKU Amstetten ( Regionalliga Ost) - Cashpoint SCR Altach (Erste Liga) 2:1 (1:0)
Tor: Holzer (16.), Zemann (55.) bzw. Luxbacher (83.). Gelb-Rote Karte: Aigner (73./Altach)

1. SC Sollenau ( Regionalliga Ost) - First Vienna FC (Erste Liga) 0:4 (0:1)
Tor: Kröpfl (37.), Aschauer (57., 69.), Gökcek (89.)

Mittwoch

Dornbirner SV ( Landesliga) - SV Ried 0:2 (0:0)
Tore: Vastic (59.), Hinum (91.)

SK Sturm Graz - SC Wiener Neustadt 3:0 n.V. (0:0)
UPC-Arena, 5.892
Tore: Offenbacher (91., 103.), Ch. Kröpfl (101.). Rote Karte: M. Wallner (Wr. Neustadt, 78./Foulspiel). Gelb-Rote Karte: Th. Fröschl (Wr. Neustadt, 90.+3/Unsportlichkeit)

SC Pinkafeld ( Landesliga) - WAC 1:4 (0:0)
Pinkafeld, 1.500
Tore: Kerschbaumer (90./Foulelfmeter) bzw. Salentinig (66.), Liendl (70.), Segovia (78.), Suppan (79./Freistoß). Gelb-Rote Karte: De Paula (WAC, 89.)

FC Lankowitz (Oberliga Steiermark) - Red Bull Salzburg 1:1 n.V. (1:1,0:1), 5:6 i.E.
Tore: Rottensteiner (70.) bzw. V. Berisha (38.). Gelb-Rote Karte: Fountas (Salzburg, 98./Foulspiel)

FAC Team für Wien ( Regionalliga Ost) - Admira Wacker 0:0 n.V., 5:6 i.E..

Die Auslosung des Achtelfinales erfolgt im Rahmen der ORF-Sendung "Sport am Sonntag" am 29. September (18:30, live ORF1). Spieltermin ist der 29. und 30. Oktober.

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