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Sport Fußball
08/26/2019

Neuer Vertrag ohne Treueschwur: Werner-Wechsel aufgeschoben

Timo Werner verlängert bei Leipzig bis 2023. Er ist mit einer Gehaltserhöhung und Ausstiegsklausel der große Gewinner.

Die Vertragsverlängerung ist für Timo Werner auch eine Demonstration der eigenen Macht. Erst flirtet er massiv mit den Bayern, dann gibt er Leipzig doch noch eine Unterschrift. Ein Wechsel ist damit jedoch nur für die aktuelle Saison vom Tisch. 

Mit Psychologie kenne er sich nicht wirklich gut aus, beteuerte Timo Werner. Doch trotz mangelnder Kenntniss hat es der Fußball-Nationalspieler geschafft, mit seinem fast ein Jahr andauernden Vertragspoker die Nerven von Verantwortlichen und Fans seines Klubs RB Leipzig zu strapazieren.

Am Ende verlängerte Werner doch bis 2023 beim sächsischen Bundesligisten und steht nach dem ewig scheinenden Theater dank saftiger Gehaltserhöhung und Ausstiegsklausel als großer Gewinner da.

Mit RB erneut angreifen

"Am Ende hab ich mir gesagt, dass es vielleicht besser wäre, mit RB in Ruhe anzugreifen", sagte Werner und machte klar, was ihn - neben dem Aufstieg zum Top-Verdiener - an Leipzig lockte: "Wir haben einen neuen Trainer und bessere Mitspieler. Ich habe gesehen, dass Potenzial da ist. Und ich habe gesehen, dass wir vor allem dieses Jahr richtig angreifen können."

Kein Treueschwur

Der einstweilige Verbleib des Nationalstürmers ist aber nicht als Versprechen für die ferne Zukunft zu verstehen. Der 23-Jährige hat mitten im eigenen Wechsel-Schwank nur auf die Pause-Taste gedrückt.

Selbst Vorstandsboss Oliver Mintzlaff glaubt, dass ein Werner-Transfer im kommenden Sommer wieder ein Thema werden kann. "Das Fußballgeschäft ist schnelllebig. Wir haben jetzt für diese Saison Ruhe und was dann passiert, muss man sehen", sagte der frühere Leichtathlet und schwärmte über die Unterschrift: "Das ist ein klares Signal, dass wir kein Ausbildungsverein sind."

Sollte Werner durch eine gute Saison und Europameisterschaft wieder so begehrt sein wie zuletzt, kassiert Leipzig immerhin eine Ablösesumme.

Leipzig bei möglichem Transfer nur Zuschauer

Unabhängig davon, wie viel Geld Werner dem Klub letztlich in die Kassen spült, hält er die Zügel in der Hand. Denn zieht ein Konkurrent die Klausel und wird sich mit Werner einig, sind Leipzig die Hände gebunden.