Das Ultimatum an Werder Bremen ist abgelaufen, nun will Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger klagen

© APA/EXPA/JOHANN GRODER

Sport Fußball
07/15/2022

Nach Tweet: Klage der Tiroler FPÖ gegen Werder Bremen nun fix

Tirols FPÖ-Chef Abwerzger: Klage wird ausgearbeitet und beim Landesgericht Innsbruck eingebracht.

Nach dem Tweet des deutschen Fußball-Bundesligisten Werder Bremen über eine Veranstaltung der FPÖ im Zillertal ("Klare Kante gegen Nazis") Anfang Juli werden sich die Tiroler Landespartei und der Fußballverein vor Gericht treffen: Wie Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger am Freitag gegenüber der APA erklärte, habe er einen Parteianwalt beauftragt, eine Klage auszuarbeiten und beim zuständigen Landesgericht Innsbruck einzubringen.

Wegen welchen konkreten Tatbestandes geklagt werden wird, prüfe derzeit der Rechtsvertreter der Partei, so Abwerzger, der selbst im Zivilberuf Rechtsanwalt ist. Es gehe aber wohl in Richtung Ehrenbeleidigung.

Zuletzt hatte Abwerzger dem Verein ein Ultimatum bis zum 14. Juli gestellt und Rückmeldung verlangt. Er forderte in einem Schreiben an die Verantwortlichen die sofortige Löschung des Tweets, eine öffentliche Entschuldigung bzw. Distanzierung sowie eine finanzielle Entschädigung in Höhe von 10.000 Euro. Die Entschädigung sollte als Spende für die Nachwuchsarbeit des SK Zell am Ziller - jenem Ort, in dem die FPÖ-Veranstaltung stattfand und Werder sein Trainingslager abhielt - zur Verfügung gestellt werden.

Kein Kommentar

Doch Werder Bremen kam der Aufforderung nicht nach. Man wollte die Causa, die auch in Deutschland Wellen schlug, nicht kommentieren. "Werder Bremen hat die faire Chance nicht genützt, die Sache aus der Welt zu schaffen. Ich stehe zu meinem Wort und zu meinen Ansagen: Die Frist ist verstrichen, die Klage in Vorbereitung. Es ist ein unfassbarer Affront dieses Klubs. Ein Affront als Gast in Tirol gegen viele ehrenamtliche Mitarbeiter und Funktionäre der Partei sowie Gäste der damaligen Veranstaltung", sagte Abwerzger. Wer die FPÖ, deren Mitglieder und Sympathisanten "pauschal als Nazis bezeichnet", der habe "keine Ahnung von Geschichte und verharmlost dadurch auch die Verbrechen des Nationalsozialismus", erneuerte der Tiroler FPÖ-Obmann seine bisherige Argumentationslinie: "Wer das macht, der hat auch die Konsequenz zu tragen". Im übrigen seien auch einige Werder-Fans mit Dressen auf der Veranstaltung der FPÖ gewesen, ergänzte der Landesparteichef.

Auslöser im Zillertal

Am 2. Juli hatte in Zell am Ziller ein "Aktionstag" der FPÖ im Vorfeld des Landesparteitages am darauffolgenden Sonntag in Schwaz - und damit auch der Landtagswahl am 25. September - stattgefunden. Daran nahm auch FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl teil. Auf dem Werder-Tweet war eine Art Truck-Anhänger der FPÖ zu sehen sowie daneben - etwas undeutlich - der am Podium stehende Kickl. Dem "Klare Kante gegen Nazis" stellten die Social Media-Verantwortlichen den Satz voran: "Wir fühlen uns hier so sehr zu Hause, dass wir auch im #Zillertal dafür einstehen."

Heftig reagierte daraufhin der Pressesprecher der Wiener FPÖ, Leo Kohlbauer, auf den Werder Bremen-Tweet, ebenfalls auf Twitter: "Niemand braucht diese links versifften Piefke bei uns. Sollen's in Buntland den Regenbogen-Ramadan feiern."

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