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Sport Fußball
08/01/2012

Millionenfalle WM-Stadion

Nicht nur die EM-Spielstätte in Klagenfurt verursacht Probleme. Auch in Kapstadt hat man Sorgen.

Kapstadts WM-Stadion gilt als architektonische Perle. Aber der teuerste Neubau für die Fußball-WM 2010 kostet die Stadt jährlich Unsummen. Manche wollen es abreißen, andere haben kühne Pläne für ein Geschäftszentrum oder für Armensiedlungen im Stadion. Hinter vorgehaltener Hand sprechen ranghohe Politiker des Landes davon, dass der Fußball-Weltverband (FIFA) Kapstadt vor die Wahl gestellt habe.

Entweder attraktive WM-Spiele in einem neuen Stadion - oder aber höchstens ein paar Gruppenspiele in modernisierten Stadien in den Arbeitervierteln Athlone oder Newlands sollen die Bedingungen der FIFA gelautet haben. "Sie wollten ein Halbfinalspiel in Kapstadt haben, aber weder Newlands noch Athlone genügten den Anforderungen für ein Spiel auf dieser Ebene", so die FIFA.

Vorschläge

Nun muss Kapstadt aber mit jährlich über 45 Millionen Rand (4,48 Mio. Euro) an Instandhaltungskosten fertig werden, nimmt aber nur etwa zwölf Millionen Rand ein. Im Stadion finden zwar Spiele von Ajax Cape Town statt, doch deren Fans füllen kaum das imposante Rund mit den 55.000 Plätzen. Nur selten - wie bei Konzerten der Popbands U2 und Coldplay - strömen Zehntausende in die Arena.

Die Stadt möchte nun Restaurants, Bars, Tagungsräume und Büros im Stadion ansiedeln. Allerdings gibt es Zweifel, ob man dafür genug Interessenten finde. Manche plädieren nun, das Stadion abzureißen. Gegen solche Pläne wehren sich am Kap aber viele. "Das wäre ein Alptraum, welch eine Verschwendung", meinte der Industrie- und Handelskammer-Chef der Provinz Westkap, Michael Bagraim. Nun präsentierte der Gewerkschaftsverband Cosatu ein originelles Konzept: Das Green Point Stadion soll zu Billigunterkünften für Arme umgebaut werden.

Revolutionär

Die Rasenfläche könnte als Gemeinschaftsgarten mit Spielplätzen, Parkbänken und Grill-Ständen genutzt werden. Der Plan ist revolutionär. Denn in der Nachbarschaft der Arena befinden sich vor allem teure Appartements und Hotels sowie viele Restaurants und Bars - im wesentlichen ein rein "weißes" Viertel. Cosatu will genau diese Strukturen aufbrechen. "Das ist eine gute Gelegenheit für die Gründung einer afrikanischen Stadt, denn bisher ist Kapstadt so weiß wie während der Apartheid-Zeit", sagte ein Sprecher.

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