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Sport Fußball
12/05/2011

Manchester-Klubs fordern Barça heraus

Champions League: Die Erzrivalen ManUnited und ManCity eint ein Ziel: Die Jagd auf die Nummer eins FC Barcelona.

Wie ist dem FC Barcelona bloß beizukommen? Vor allem aber: Wer soll die Katalanen, die in den letzten fünf Jahren gleich drei Mal die Champions League gewonnen haben, denn schlagen?

Zwei der größten Herausforderer des FC Barcelona kommen aus einer Stadt. Aus Manchester. Die einen, Manchester United, sind eine Fixgröße in der Champions League und waren allein in den letzten vier Jahren drei Mal im Endspiel der Eliteliga. Die anderen, Manchester City, haben einen Scheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der keine Kosten scheut, um die Nummer eins im europäischen Vereinsfußball zu werden.

Und dann gibt es ja auch noch den FC Bayern München, den Gegner von Manchester City im zweiten Gruppenspiel am Dienstag. Der deutsche Rekordmeister macht in der Bundesliga derzeit einen auf Barça: Sechs Siege in Serie, kein Gegentreffer, Torverhältnis 21:0 - das ist der Stoff aus dem die Barcelona-Herausforderer sind.

ManCitys neue Philosophie

Geld schießt also doch Tore. Zumindest dann, wenn man es sinnvoll investiert. Jahrelang wurde bei Manchester City mit Millionen herumgeworfen, alles was halbwegs nach einem Ball treten konnte, wurde auf die Insel geholt. Hauptsache sündteuer und prominent. Der steinreiche Klubbesitzer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan, machte allein in den letzten vier Jahren 600 Millionen Euro für neue Spieler locker - um einen Gros der Spieler wenig später schon wieder abzugeben.

Nun scheinen sich, langsam aber sicher, die Investitionen doch bezahlt zu machen. Und das liegt nicht nur an der Qualität der Spieler, sondern auch an der Kontinuität, die inzwischen Einzug gehalten hat. Roberto Mancini ist nunmehr seit über zwei Jahren im Trainer-Amt, nachdem zuvor im Jahres-Rhythmus die Betreuer gewechselt worden waren, und mittlerweile hat der Söldnerverein endlich Gesicht und Struktur bekommen - und nicht zuletzt auch den erwünschten Erfolg.

In der Vorsaison holten die Citizens mit dem Sieg im FA-Cup den ersten Titel seit drei Jahrzehnten; in der Liga liegt Manchester City ohne Niederlage gleichauf mit dem Erzrivalen Manchester United; und in der Champions-League-Gruppe A gelten die Engländer als erster Herausforderer von Bayern München, dem Gegner am Dienstag in der Allianz Arena.

Auch Roberto Mancini dürfte inzwischen in der Premier League angekommen sein. In den ersten Monaten seiner Arbeit war der Italiener wegen seiner defensiven und destruktiven Spielweise stets als Catenaccio-Coach kritisiert worden, neuerdings weiß Manchester City auch mit spektakulärem Angriffsfußball à la ManU zu gefallen.

Sergio Agüero, das neueste Spielzeug von Scheich Mansour, diesen Sommer um 45 Millionen Euro von Atletico Madrid geholt, scheint mit acht Toren in sechs Liga-Partien sein Geld wert zu sein. Auch Sturmpartner Edin Dzeko, letzten Winter um läppische 37 Millionen Euro von Wolfsburg gekommen, hat in der Premier League schon sechs Mal getroffen und ist ebenfalls ein Markenzeichen des sichtbaren Stilwandels von Manchester City. "Es spornt mich an, jeden Tag mit den besten Spielern der Welt trainieren zu dürfen", meint der Bosnier, für den das Duell mit dem FC Bayern ein Spiel mit besonderer Brisanz ist. "Eigentlich wäre das ein würdiges Finale", so Dzeko.

Die Konkurrenz sollte sich übrigens keine allzu großen Hoffnungen machen, dass Citys Geldquelle aus Fernost in naher Zukunft versiegen könnte. Ein neuer Trikotsponsor bringt dem Verein 400 Millionen Euro.

ManUniteds neue Hoffnungsträger

Seit November 1986 ist Alex Ferguson Trainer bei Manchester United. Das sagt viel über die Vereinsphilosophie aus. ManUnited ist Kontinuität. Aber auch viel Geld und viel Erfolg.

Es ist noch nicht lange her, da war Krisenstimmung angesagt. 2005 wurde der Verein vom US-Milliardär Glazer übernommen, Trikotsponsor Vodafone kündigte den Vertrag, sportlich war man hinter Chelsea zurückgefallen und die Fans rannten dem Klub davon.

Doch davon ist keine Rede mehr. Ferguson hat einmal mehr den Weg zum Erfolg gefunden. Man investierte im Sommer wieder nur punktuell. Für Tormann-Pensionist Edwin van der Sar wurde der junge spanische Atletico-Madrid-Tormann David de Gea geholt. Und es wurden fast 20 Millionen Euro für Phil Jones ausgegeben, einen 19-jährigen Verteidiger. Der wurde geholt, weil Rio Ferdinand schon in die Jahre kommt und Nemanja Vidic auch nicht jünger wird. Doch die Zukunftshoffnung Jones hat auf Anhieb einen Stammplatz erobert. Jones wurde 1992 geboren, als Ferguson mit dem Verein seinen zweiten Titel holte - weitere 25 sollten bis heute noch folgen.

Am Dienstag gastiert Basel im Old-Trafford-Stadion. Bei den Schweizern hat ein Verteidiger einen Stammplatz erobert, der nur ein Jahr älter ist als ManU-Hoffnungsträger Jones.

Aleksandar Dragovic, österreichischer Teamspieler, wurde in der Meisterschaft zuletzt gar nicht eingesetzt - man schonte ihn für das Basler Highlight in der Champions League. Vor neun Jahren hatten die Schweizer im Old Trafford ein 1:1 geholt, weil Alex Ferguson damals etliche seiner damaligen Stars geschont hat. Aber auch am Dienstag kann ManUnited nicht in Bestbesetzung antreten. Vor allem der Ausfall von Wayne Rooney schmerzt. Der hat diese Saison schon neun Tore erzielt. Als Ersatz stehen aber hochkarätige Spieler wie Jungstar Welbeck, Altstar Owen oder Berbatov, der Torschützenkönig der letzten Saison, bereit.

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