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Sport Fußball
12/07/2019

Manchester-Derby: Brisantes Stadtduell in Zeiten der Krise

United ist weit weg von historischer Stärke. Und auch für City ist die Titelverteidigung bereits in weiter Ferne.

Es ist gerade einmal zwei Monate her, da sagte David de Gea: "Das ist die schwierigste Zeit, seit ich hier bin." Der Spanier spielt seit 2011 in Manchester bei United, er stand beim Gewinn der letzten Meisterschaft 2013 bereits im Tor. Vergangene Woche sagte De Gea nach einer neuerlichen Enttäuschung: "Die Jungs geben ihr Letztes auf dem Feld, im Training, in den Spielen. Man könnte vielleicht mangelnde Qualität in bestimmten Bereichen ausmachen, aber sicherlich keinen fehlenden Kampf."

Die mangelnde Qualität reicht momentan für Platz sechs in der Tabelle. Das ist jedoch zu wenig für die Ansprüche von Manchester United – immerhin englischer Rekordmeister mit 20 Titeln vor Liverpool (18). United ist neben Juventus, Bayern München, Ajax Amsterdam und Chelsea einer von fünf Vereinen, der Champions League, UEFA-Cup/Europa League und Europacup der Cupsieger gewonnen hat.

Mit 666 Millionen Euro Jahresumsatz liegt der englische Klub in der "Football Money League 2019" des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte auf Rang drei hinter Real Madrid und dem FC Barcelona.

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Erfolgsmann Ferguson

Alex Ferguson übernahm den Verein am 6. November 1986. Der Klub war weit weg von Serienerfolgen wie unter Trainer Matt Busby zwischen 1945 und 1969 mit fünf Meisterschaften. Ferguson übernahm einen Abstiegskandidaten, formte mit Eigenbauspielern wie Beckham, Giggs, Butt, Scholes und den Neville-Brüdern ein Topteam.

Der Schotte blieb bis 30. Juni 2013 im Amt, also fast 27 Jahre. In den sechs Jahren nach ihm durften sich David Moyes, Louis van Gaal, José Mourinho und jetzt Ole Gunnar Solskjær versuchen. Unter Ferguson gab es 13 Titel, danach keinen mehr. Gary Neville kritisierte als TV-Experte bei Sky Sports die Klubführung scharf: "Sie bauen schon über viele Jahre Mist. Schlechte Verpflichtungen, schlechte Auswahl an guten Managern, die sie erst verpflichten und dann wieder wegjagen. Sie sind dafür verantwortlich."

Nun scheint mit Neuvilles ehemaligem Mitspieler Solskjær wieder eine Zeit des Umbruchs gekommen, zumal derzeit etliche Stammspieler verletzt sind. Marcus Rashford und Mason Greenwood kommen aus dem eigenen Nachwuchs. Auch der Schotte Scott McTominay kam schon mit sechs Jahren zu den Roten. Neville warnte aber: "Wenn man als Vorstand alle zwei Jahre die Richtung wechselt und dabei jedes Mal 250 Millionen Pfund investiert, wird man große Probleme bekommen."

Am Samstag spielt United bei City, dem Klub, der in Manchester jahrelang die zweite Geige gespielt hat. City holte bis 1968 nur zwei Meistertitel. Erst mit der Übernahme durch die Investmentfirma des Scheichs aus Abu Dhabi 2008 begann der Aufschwung mit bis dato vier Meisterschaften. Manchester City liegt in der weltweiten Money League mit 568,4 Millionen Euro auf Platz fünf. Diesen Sommer gewann man die Meisterschaft. Momentan liegt City nach 15 Runden elf Punkte hinter Liverpool.

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