Lockerer Auftaktsieg für Russland

Mehrere Fußballspieler in roten Trikots umarmen sich auf dem Spielfeld.
Die Russen starten mit einem 4:1 über Tschechien in die EURO 2012.

Irgendwie hatten die Tschechen bei ihrem Erstauftritt am Freitag Heimvorteil. Schließlich liegt Breslau nicht viel weiter als ein paar Tormann-Ausschüsse von der tschechisch-polnischen Grenze entfernt.

Den Kickern auf dem Felde wurden aber von den Gegnern die Grenzen aufgezeigt, der Großteil der 38.000 Fans im städtischen Stadion hätte den Gegner auch am liebsten aus dem Stadion gejagt. Die vom Niederländer Dick Advocaat trainierten Russen zeigten Konterfußball vom Feinsten und gaben mit einem 4:1-Erfolg eine seriöse Empfehlung auf den EM-Titel ab.

Begonnen hat der tschechische Frust schon nach einer Viertelstunde: Dsagojew schlug eine exakte Flanke auf Kerschakow, der an die Stange köpfelte, den Abpraller verwertete Dsagojew vollendet aus wenigen Metern.


Harmlos

Langsam wachten die Tschechen auf, versuchten sich auch im gegnerischen Strafraum einzufinden, blieben aber harmlos. Dafür schlug es auf der anderen Seite erneut ein. Nach einer gelungenen Kombination platzierte Schirokow den Ball im Netz. 2:0. Und da waren gerade erst 24 Minuten gespielt.

Die Russen waren blendend eingestellt, machten vor allem auf den Seiten viel Druck, also mussten es die Tschechen, die 1976 als Tschechoslowakei das letzte und bisher einzige Mal Europameister waren, mit Weitschüssen versuchen. Die waren phasenweise gar nicht so schlecht, brachten aber vor der Pause nichts mehr ein. Die größte Gefahr ging noch von Mittelfeld-Regisseur Jiracek aus, die vermeintlichen Stars Baros und Rosicky versteckten sich oder tauchten nur mit Fehlpässen auf.

Marathonläufer

Am meisten gelaufen ist übrigens vor der Pause Gebre Selassie. Nein, nicht Haile, sondern Theodor. Der ist auch kein Läufer, sondern ein Verteidiger und wird hauptsächlich vom tschechischen Meisterklub Slovan Liberec bezahlt. Der Tscheche kurbelte vor der Pause über sechs Kilometer. Was ihn aber noch vom Marathon-Star unterscheidet, ist ein "e" nach Gebr.

Den Russen war es zumindest egal, wer bei den Tschechen hinten stand und lief, sie verlegten sich aufs Konterspiel. Während Kerschakow seine Chancen verhaute, trafen die Tschechen. Der künftige Wolfsburger Pilar lief nach einem Pass von Plasil der russischen Abwehr auf und davon und verkürzte mit seinem zweiten Länderspieltor zum 1:2.

Auslaufmodell

Aber die Russen hatten immer noch noch Kerschakow, um Riesenchancen zu vergeben. Der Stürmer von Zenit St. Petersburg verhaute auch in der 65. Minute.
Und in der 68. Minute.
Und in der 70. Minute.
Dsagojew war aber nicht Kerschakow, der seinen Platz räumen musste. Mit einem Schuss unter die Latte stellte der ZSKA-Moskau-Stürmer in der 79. Minute auf 3:1. Den Schlusspunkt setzte drei Minuten später der eingewechselte Pawljutschenko mit einem Prachtschuss.

Von den tschechischen Fans war nichts mehr zu hören, von den tschechischen Spielern nichts mehr zu sehen – Russland ist Tabellenführer.

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