Krankenakte: Die Bundesliga-Patienten

Ein Fußballspieler in einem weißen Trikot rennt auf dem Spielfeld.
David Mendes, Roman Kienast und Rubin Okotie haben schon eine lange Krankenakte – nun fehlen sie wieder.

Die Bundesliga fordert ihre Opfer: Am Wochenende erwischte es drei prominente Spieler, denen auch schon in der Vergangenheit das Verletzungspech anhaftete.
Der Niederländer David Mendes da Silva wird Meister Salzburg fehlen, Roman Kienast der Wiener Austria und Rubin Okotie Sturm Graz. Die komplizierten Krankengeschichten von drei Bundesliga-Leistungsträgern.

Roman Kienast: "Ich werde mich durchbeißen"

Ein Fußballspieler im lila Trikot wird von einem Gegenspieler festgehalten.

Mir geht es den Umständen entsprechend“, sagt ein leicht geknickter Roman Kienast. Am Dienstag brachte die Magnetresonanz-Untersuchung Gewissheit: Der Austria-Stürmer muss wegen eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich, den er sich im Ried-Spiel zugezogen hat, länger pausieren. „Ich schätze, drei bis fünf Wochen werde ich ausfallen“, sagt der 28-Jährige, der gerade eine Therapie macht. „Vielleicht geht es schon früher. Mein Glück ist die Länderspielpause, da versäume ich nicht viel.“

Versäumt hat er ohnehin schon viel. Bei Sturm zog er sich vor einem Jahr einen Mittelfußknochenbruch zu, bei der Austria wurde er am Saisonende am Sprunggelenk operiert und war in der Vorbereitung gehandicapt. „Ich war bis dahin nie verletzt, jetzt erwischt es mich scheinbar ständig. Es hilft nichts, ich werde mich wieder durchbeißen“, sagt der Stürmer. „Es ist schade, weil ich von Spiel zu Spiel besser wurde.“

Die Austria hält aber ohnehin Ausschau nach einem Stürmer, nicht erst seit der Verletzung von Roman Kienast. Am 31. August endet die Transferzeit, vorerst haben die Wiener mit Roland Linz nur einen Topstürmer im Kader. Die Talente wie Thomas Murg brauchen noch Zeit.

Rubin Okotie: "Ich bin Rückschläge gewöhnt"

Ein Fußballspieler liegt enttäuscht auf dem Rasen.

Rubin Okotie trägt es mit Fassung. Auch wenn Sturms Angreifer bis Freitag nach seinem gegen Rapid erlittenen Jochbeinbruch noch im Krankenhaus bleiben muss. „Es gibt kein Glück oder Pech. Ich hatte schon viele Rückschläge in meiner Karriere, das bringt mich nicht außer Tritt“, sagt der 25-Jährige, der weiß, wie es sich anfühlt, den Kollegen beim Broterwerb zusehen zu müssen.

Jahrelang plagten ihn Knorpelprobleme im Knie, fast zwei Jahre litt Okotie darunter. Jetzt wäre Sturms Angreifer endlich wieder topfit gewesen und durfte gegen die Türkei verdientermaßen ein Comeback im Nationalteam feiern. „Ich war toll in Form. Natürlich wäre ich auch gegen Deutschland gerne dabei gewesen.“

Die nächsten Wochen muss freilich auch Sturm auf den am Sonntag operierten Okotie verzichten – und dennoch könnte es bereits früher als befürchtet ein Comeback geben. Denn am Freitag in einer Woche kommen bereits die Nähte raus. „Dann werde ich mit leichtem Training beginnen. Aber die ersten Wochen nur mit einer Maske“, sagt Okotie, der dem Verursacher der Verletzung, dem Rapidler Mario Sonnleitner, nicht böse ist. „Ich war einen Schritt schneller als er. Wäre er es gewesen, würde vielleicht er verletzt sein.“

David Mendes: Der Dauerpatient muss wieder pausieren

Ein Fußballspieler liegt auf dem Rasen, während ein anderer Spieler sich nähert.

Es gibt Fußballer, denen klebt das Pech einfach an den Füßen. Gerade erst war David Mendes da Silva von einer Muskelzerrung im Oberschenkel genesen, da hat es den Niederländer schon wieder erwischt.

Im Bundesliga-Spiel bei der Admira (4:4) hat sich Mendes gleich zwei Verletzungen zugezogen: einen Nasenbeinbruch und einen Zehenbruch. Beide Gebrechen mussten operiert werden. Nachdem er vor dem 4:4 fast drei Wochen hatte pausieren müssen, drohen ihm nun sechs Wochen Pause.

Krankenakte

Seit Mendes in Salzburg ist, hangelt er sich von einem Wehwehchen zum nächsten. Eine Sprunggelenksverletzung, eine Bauchmuskelzerrung, eine Schambeinentzündung, noch eine Sprunggelenksverletzung, ein Zehenbruch, ein Muskelfaserriss und eine Muskelzerrung: Das sind aber nur die gravierendsten Verletzungen des niederländische Teamspielers seit seinem Wechsel von Alkmaar nach Österreich im Sommer 2010. Da ist es kein Wunder, dass Mendes gerade einmal bei der Hälfte aller Salzburger Pflichtspiele mitwirken konnte.

Nun wird der Mittelfeldmotor bis Anfang Oktober ausfallen, fünf Bundesliga-Partien plus ein Cupspiel versäumen. "David spielt eine zentrale Rolle in unserem System. Auf einen Spieler mit seiner Qualität verzichtet man ungern. Aber so ist es. Damit müssen wir zurechtkommen", sagt Salzburgs Trainer Roger Schmidt. Wie wichtig Salzburgs Kapitän für Schmidts Umschaltsystem ist, beweist eine Statistik: In dieser Saison bereitete der 30-Jährige in sechs Spielen fünf Tore vor, in seinen ersten beiden Saisonen zuvor waren es in 51 Spielen nur drei Treffer.  

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