Blatter: "Man kann keine WM kaufen"

Joseph Blatter gibt wenige Tage vor der Präsidenten-Wahl Einblicke und rechtfertigt sich.

Wenn am Freitag in Zürich der neue Präsident des Fußball-Weltverbandes gewählt wird, dann gilt für Joseph S. Blatter das Gleiche wie für Hunde: Er muss draußen bleiben. Die Anwesenheit des langjährigen Präsidenten, der mittlerweile für acht Jahre gesperrt wurde, ist offenbar nicht erwünscht.

Salman Al Khalifa, der Favorit auf die Nachfolge von Blatter, scheint jedenfalls keinen Wert auf eine Verabschiedung des Schweizers zu legen. "Ich halte mich an die FIFA-Regeln. Wenn diese besagen, dass gesperrte Offizielle nicht teilnehmen können – dann ist das nun einmal so. Die Regeln gelten für alle", erklärte der Scheich aus Bahrain im Tagesanzeiger.

Derweil meldete sich auch Joseph S. Blatter in einem Interview zu Wort. Der 79-Jährige betonte, dass die WM-Vergabe 2022 an Katar nicht manipuliert gewesen sei. "Man kann eine Weltmeisterschaft nicht kaufen", stellte der Schweizer gegenüber der britischen Times fest. "Am Ende läuft es darauf hinaus, wo es den höheren politischen Einfluss gibt."

Platini für Katar

Er werde zu Unrecht der Korruption beschuldigt, sagte Blatter und wiederholte seine Darstellung, dass der wegen einer dubiosen Überweisung aus dem Jahr 2011 ebenfalls gesperrte UEFA-Boss Michel Platini auf Geheiß des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy für Katar gestimmt habe.

Blatter und Platini haben Einspruch gegen ihre Sperren durch die FIFA-Ethikkommission eingelegt. Diese Woche wurden sie vor dem Berufungsgericht des Weltverbands vorstellig. Sollten die Topfunktionäre scheitern, bleibt noch der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne.

"Ich habe niemanden umgebracht, keine Bank ausgeraubt, kein Geld abgezweigt und ich habe mein Ex-Freundinnen immer gut behandelt", sagte Blatter, der speziell Letzteres als Beweis seiner Unschuld deutete. "Mit einer war ich nur wenige Monate verheiratet, aber sie verteidigt mich jetzt."

Kommentare