Jantscher verlässt Salzburg
1 - Jakob Jantscher (Red Bull Salzburg): Nicht nur Titelsammler, sondern auch ein erfolgreicher Torjäger aus dem Hinterhalt. Wichtige ...
Das Internet hat nicht nur die Welt, sondern auch das Fußballgeschäft verändert. Fußball-Profis können mittlerweile persönlich (oder wenn man es genau nimmt, unpersönlich) mit ihren Fans kommunizieren. Jakob Jantscher, mit 23 bereits ein Kind des Internetzeitalters, wählte den Weg über seine Facebook-Fanseite, um seinen Transfer von Meister Salzburg zu Dynamo Moskau zu bestätigen.
Liebe Fans,
nun ist es offiziell, ich habe gerade meinen Vertrag bei Dynamo Moskau unterschrieben. Ich freue mich sehr auf diese riesige Herausforderung (Neue Mannschaft, Neue Liga, Kultur, Temperaturen ;) usw. Wie ihr wisst ist das Ausland schon immer ein Wunsch von mir gewesen. Natürlich habe ich mit Wehmut zu kämpfen, die Zeit bei Red Bull Salzburg war sehr prägend und hat mich in meiner Karriere viel weiter gebracht. Ich habe tolle Menschen und Spieler in Salzburg kennen gelernt und ich bin Stolz das Trikot mit der Nr. 14&7 getragen zu haben. Ich Danke euch für die schöne Zeit!! Euer JJ7
So weit, so gewöhnlich. Ungewöhnlich war hingegen der Zeitpunkt, der Bekanntgabe des Transfers. Es war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wenige Minuten nach Mitternacht.
Jantscher bereitet sich gerade in Wien mit der Nationalmannschaft auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland vor. Am Montagabend wurde der Steirer von der Spielergewerkschaft VdF als bester Spieler der vergangenen Bundesliga-Saison mit dem Bruno ausgezeichnet. Er durfte der Ehrung allerdings nicht persönlich beiwohnen, Teamchef Marcel Koller hatte allen Teamspieler die Teilnahme an der Gala in Wien untersagt.
Bei Salzburg bestätigte man den Transfer am Donnerstagmorgen kurz nach neun Uhr. Jantschers Wechsel sechs Tage nach der Schließung des Transfermarkts in Österreich war möglich, weil in Russland noch bis heute, Donnerstag, neue Spieler verpflichtet werden können. Seit 31. August war das Interesse der Russen bekannt, der Dynamo-Sportmanager war nach Salzburg geflogen, um erste Verhandlungen zu führen. Am Samstag schauten die Russen Jantscher beim 4:0-Sieg der Salzburger in Innsbruck noch einmal auf die Beine. Der 23-Jährige erzielte ein Tor, es war sein letztes für Salzburg.
Leihe mit Kaufoption
Jantscher wird von Dynamo zunächst für ein Jahr - auf Wunsch des Spielers - ausgeliehen. Dazu sicherten sich die Moskauer eine Kaufoption. Sollte diese gezogen werden, würde das Transfervolumen insgesamt rund vier Millionen Euro betragen. Das entspricht der fixen Summe, die als Ausstiegsklausel in Jantschers Vertrag mit Salzburg, der noch bis 2014 läuft, verankert war. Der Vertrag des Steirers würde sich dann um drei Jahre verlängern.
Jantscher war im Sommer 2010 nach Salzburg gewechselt. Nach einer unauffälligen ersten Saison kam der Offensivspieler 2011/’12 immer besser in Form. Im März und April war Jantscher der überragende Spieler der Bundesliga, schoss für Salzburg einige spielentscheidende Treffer und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Salzburger Meister wurden. Anfang Mai zog er sich allerdings beim Auswärtsspiel bei Rapid eine schwere Schulterverletzung zu und konnte bis Saisonende nicht mehr eingesetzt werden. Trotzdem wurde der 23-Jährige gemeinsam mit seinem Klubkollegen Stefan Maierhofer Torschützenkönig der österreichischen Bundesliga.
Schon im Juni war ein Transfer ein Thema. Ex-Salzburg-Trainer Huub Steves, der Jantscher schon nach Salzburg geholt hatte, wollte ihn zu Schalke holen. Doch der Wechsel scheiterte an der fixen Ablösesumme in Jantschers Vertrag. Der deutsche Champions-League-Teilnehmer wollte mit zwei Millionen angeblich nur die Hälfte der festgeschriebenen Summe bezahlen.
Traditionsklub
Der Moskauer Traditionsklub, bei dem mit Kevin Kuranyi und Zvjezdan Misimovic zwei ehemalige Stars aus der Deutschen Bundesliga unter Vertrag stehen, hat den Saisonstart völlig verpatzt. Dynamo ist nach sieben Runden Tabellen-Letzter, im Europa-League-Play-off ist man am VfB Stuttgart gescheitert. Der neue Trainer, der Rumäne Dan Petrescu, darf noch einmal einkaufen gehen. Und man ist an einem ganz prominenten Spieler dran: Russlands Teamkapitän Andrej Arschawin soll vom FC Arsenal ausgeliehen werden.
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