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Sport Fußball
02/14/2019

Inter vor Rapid-Duell in der Icardi-Krise

Inter setzte Icardi als Kapitän ab. Der Superstar blieb deswegen in Mailand. Ein Vorteil für Rapid?

von Alexander Huber

Um 18.55 Uhr (KURIER.at-Liveticker) startet Österreichs Klubfußball in das Frühjahr. „Für viele von uns ist es das bisherige Karriere-Highlight“, meint Rapid-Kapitän Stefan Schwab vor dem Hinspiel gegen Inter. Im KURIER-Überblick gibt es wichtige Fragen und Antworten vor dem Sechzehntelfinale der Europa League:

Was ist bei Inter los?
Am Tag vor dem Spiel wurde Mauro Icardi die Kapitänsschleife entzogen, weil er Inter bei den Vertragsverhandlungen hinhält. Wanda, die Frau des Argentiniers, mischt als seine Managerin mit und meint: „Wir haben keine Eile.“ Trainer Spalletti sagte: „Eine schwierige Entscheidung, die wir im Verein alle gemeinsam getroffen haben.“ Der 25-Jährige verweigerte deshalb sogar die Reise nach Wien – ein Eklat! Anstelle von Icardi, der mit einem Marktwert von 100 Millionen gehandelt wird, wird der zuletzt stechende Joker Lautaro Martinez stürmen.

Wird das Icardi-Theater das Spiel beeinflussen?
„Icardi polarisiert. Es gab öfters Probleme, er hat auch die Fans kritisiert. Vielleicht war es dem Verein jetzt zu viel. So eine Entscheidung kann in einer Mannschaft viel auslösen“, vermutet Italien-Liebhaber Schwab. Ob für Rapid positiv (weil der zum besten Spieler der Serie A gewählte Goalgetter fehlt) oder negativ (weil der Unruheherd entfernt ist), wird sich erst zeigen. „Wir müssen ohnehin den Gegner und nicht einzelne Namen bekämpfen“, sieht es Trainer Didi Kühbauer pragmatisch. Spalletti blieb betont ruhig, war von den vielen Fragen zu Icardi aber zusehends genervt.

Was ist von Rapid zu erwarten?
Die letzten beiden Pflichtspiele zeigen die volle Bandbreite: Zuerst beim 1:0 gegen die Rangers in voller Fahrt, drei Tage später im Derby mit 1:6 untergegangen. In der Vorbereitung wurde versucht, das wankende Schiff zu stabilisieren. Zum Pluspunkt könnte wie so oft im Europacup das volle und laute Weststadion werden.

Warum sollte es besser laufen als im Herbst? Der Ausgangspunkt der Misere waren Probleme bei der Trainingssteuerung im Sommer. Alle Beteiligten sind sicher, dass nach dieser Vorbereitung die Spieler besser auf die Belastungen vorbereitet sind und damit auch die Ergebnisse besser werden.

Kann ein zweites Valencia passieren? 2016 wartete beim erstmaligen Einzug in das Sechzehntelfinale Valencia. Weil die Spanier in der Liga kriselten, wuchs der Optimismus. Es folgte ein peinliches Doppel-Debakel – 0:6, 0:4. „Ich war dabei, das hat richtig wehgetan“, erinnert sich der damalige TV-Experte Kühbauer. Auch deshalb will er keinesfalls über eine mögliche Inter-Krise nach nur einem Sieg in fünf Spielen reden: „Sie sind sicher nicht angeschlagen. Wenn wir so anfangen, sind wir auf dem ganz falschen Dampfer.“

Testspiel SK Rapid gegen NK Triglav Kranj in Wien

Tritt Inter in Bestbesetzung an? Nein, unabhängig von der Icardi-Ausbootung. Abwehrchef Skriniar und Vizeweltmeister Brozovic im Zentrum sind gesperrt. Rechts hinten könnte der vom Hasenhüttl-Klub Southampton ausgeborgte Cedric Soares spielen.

Bei Rapid ist Badji nicht spielberechtigt. Warum kam der Stürmer so spät? Als erster Kandidat wurde Admiras Kalajdzic kontaktiert, der sich aber erneut verletzte. Vor Weihnachten lautete das Ranking Bayo (von Celtic weggekauft) – Badji (damals zu teuer) – Maurides (nicht fit genug). Nach dem Barisic-Tipp Vombergar wurde auch wieder wegen des genesenen Kalajdzic verhandelt – vergeblich. Im Februar zahlte sich das in Österreich noch offene Transferfenster aus: Badji war schließlich mit 1,5 Millionen Ablöse leistbar.

Gibt es noch Karten? Nein. Erstmals kam es gar nicht zu einem freien Verkauf der 23.850 Karten. „Wir könnten nicht einmal dem Bundespräsidenten eine Karte anbieten“, sagt Klubserviceleiter Marek. Es gibt noch im Februar zwei weitere, sportlich wohl wichtigere Heimspiele: Am Sonntag im Cup-Viertelfinale gegen Hartberg und am 24. 2. in der Liga gegen Salzburg.