Sport | Fußball
20.05.2018

Hofmann verabschiedet sich mit einem Treffer gegen Altach

Gleich zwei Spieler, die sich verabschieden, trafen im letzten Heimspiel für Rapid - die das Spiel zu neunt beendeten.

Steffen Hofmann hat sein letztes Pflichtspiel für Rapid vor eigenem Publikum unter fast schon kitschigen Umständen absolviert. Der Ehrenkapitän wurde am Sonntag beim 4:1-Heimsieg gegen den SCR Altach in der 66. Minute eingetauscht und erzielte sechs Minuten später vor 21.600 Zuschauern das Tor zum Endstand. Es war sein 128. Tor im 540. Bewerbsmatch für die Hütteldorfer.

Die weiteren Rapid-Treffer erzielten Joelinton (5., 14.) und Stefan Schwab (60.), das Ehrentor der Altacher gelang Adrin Grbic (45.). Dass die Grün-Weißen mit diesem Sieg Endrang drei fixierten, ging in der allgemeinen Feierstimmung beinahe unter. Durch die 1:3-Heimniederlage des LASK gegen den WAC muss Rapid erst in der dritten und nicht wie die Linzer in der zweiten Europa-League-Quali-Runde einsteigen.

Hofmann war vor dem Anpfiff offiziell verabschiedet worden, seine große Party steigt aber noch am 22. Juli im Match zwischen Rapid und "Steffen und Freunde" im Allianz Stadion. Auch die scheidenden Joelinton, Mario Pavelic und Louis Schaub wurden geehrt - Letzterer unter Tränen.

Hofmann im Zentrum

Andreas Kuen konnte seiner Verabschiedung wegen des vor einer Woche erlittenen Kreuzbandrisses nicht beiwohnen. Der Tiroler hatte bereits vor dem Malheur einen Vertrag beim SV Mattersburg unterschrieben, den die Burgenländer nun auch einhalten wollen - nach einer arbeitsrechtlichen Prüfung.

Im Mittelpunkt stand aber Hofmann, doch noch bevor der 37-Jährige seinen großen Auftritt hatte, zeigte auch Joelinton, dass er im Westen Wiens vermisst werden wird. Der Brasilianer ließ zwar nach 53 Sekunden einen Sitzer aus, köpfelte aber in der 5. Minute nach sehenswerter Vorarbeit von Philipp Schobesberger zum 1:0 ein. Neun Minuten später schwindelte er sich nach Idealpass von Dejan Ljubicic mit Glück an Altach-Goalie Andreas Lukse vorbei und schob zu seinem siebenten Liga-Saisontreffer ein.

In der Folge hielt der Schlendrian in Rapids Spiel Einzug. Viele Aktionen wurden schlampig ausgeführt, wodurch sich die zunächst völlig überforderten Altacher stabilisieren konnten. Im Spiel nach vorne blieben die Gäste lange harmlos - bis zur 45. Minute, als sich Grbic eine Flanke von Patrick Salomon mit der Brust mitnahm und Rapid-Goalie Richard Strebinger bezwang. Wenige Sekunden später ließ Thomas Murg die Topchance auf das 3:1 aus, als er den Ball nach Schobesberger-Vorarbeit aus wenigen Metern am Tor vorbeirollte.

Hofmann kommt und trifft

Nach dem Seitenwechsel agierte Rapid wieder druckvoller und hatte in der 54. Minute Pech, als Schwab einen Freistoß an die Kreuzlatte schlenzte. Fünf Minuten später stellte der Kapitän nach einem Corner per Kopf auf 3:1 und präsentierte beim Torjubel das Trikot von Giorgi Kvilitaia, der am Freitag einen Knöchelbruch erlitten hatte. Schobesberger vergab in der 64. Minute das 4:1 und machte zwei Minuten später Platz für Hofmann, der prompt die Kapitänsschleife übernahm.

In der 73. Minute gerieten die Fans, die Hofmann schon vor und während des gesamten Spiels gehuldigt hatten, endgültig in Verzückung. Ein Schuss des Deutschen wurde zunächst abgeblockt, danach schupfte er den Ball gekonnt über den am Boden liegenden Lukse zum 4:1 ins Netz.

Im Finish verpasste noch Schaub sein Abschiedstor, ehe der zu Köln wechselnde ÖFB-Teamspieler in der Nachspielzeit unter Standing Ovations den Platz verließ, obwohl Rapid schon dreimal gewechselt hatte. Kurz danach ging auch Hofmann, und die Hütteldorfer beendeten das Match freiwillig mit neun Kickern.