© Stefan Sigwarth

Sport Fußball
12/05/2011

Hitzfeld: "Irgendwann verliert man die Freude"

Auch aus gesundheitlichen Gründen hat sich Hitzfeld vom Klubfußball zurückgezogen und arbeitet als Schweizer Teamchef.

Ottmar Hitzfeld hat mit Dortmund und Bayern die Champions League gewonnen. Auch aus gesundheitlichen Gründen hat er sich vom Klubfußball zurückgezogen und arbeitet als Schweizer Teamchef.

KURIER: War die Arbeit bei den Bayern so stressig?
Ottmar Hitzfeld: Sechs Jahre Bayern sind wie 20 Jahre bei einem anderen Klub. Mit dem ganzen Zirkus rundherum und dem Druck, den du dort hast. Bei Bayern wird alles dramatisiert, du stehst rund um die Uhr unter Spannung. Ich habe lange Raubbau am Körper betrieben.

Konkret?
Ich bin an die Grenze der Belastbarkeit gegangen. Immer an der Spitze zu sein, noch besser zu werden, das schaffst du nicht auf Dauer. Die Zeit bei Dortmund, Bayern hat viel Kraft gekostet, vor allem mental. Irgendwann verliert man die Freude.

Stichwort Burn-out?
In die Richtung. Am Ende war ich ausgelaugt, wäre am liebsten im Bett geblieben und nicht zum Training gefahren. In der Zeit war alles anstrengend, sogar ein Telefonat hat mich Überwindung gekostet. Aber du musst trotzdem die Mannschaft trainieren und darfst dir keine Schwäche erlauben. Sonst wird man aufgefressen. Da schützt einen dann niemand, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Und dann kommst du abends heim und bist einfach nur platt. Es wird sehr bedenklich, wenn man gewinnt und sich nicht mehr darüber freuen kann.

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