Historisches Tor für Fürth

Ein Fußballspieler wischt sich mit einem roten Trikot den Schweiß ab.
Heimniederlage für Mainz: Auf Andreas Ivanschitz und Julian Baumgartlinger wartet eine harte Saison.

Felix Klaus rannte einfach los. Nichts wie hin zu den Fans, um den Moment mit den rund 2000 mitgereisten Anhängern zu feiern. Doch der 19-Jährige kam nicht weit. Wenige Sekunden, nachdem sein Schuss den Weg ins Mainzer Gehäuse gefunden hatte, wurde Klaus von seinen Mitspielern unsanft zu Boden gerissen.

"Das war eigentlich eine klare Rote Karte", scherzte Klaus. Der Youngster hatte gut lachen, sicherte er sich mit dem Premierentor des 52. Bundesliga-Neulings doch einen Platz in den Geschichtsbüchern der SpVgg. Greuther Fürth. "Das ist natürlich ein Riesengefühl für mich", sagte Klaus, den Trainer Mike Büskens vor einer Woche beim Auftakt gegen Bayern München plötzlich aus dem Hut gezaubert hatte.

Zweites Bundesligaspiel, erstes Tor. Klaus war überglücklich. Das erste Erstliga-Tor in der Historie der Familie Klaus war der Treffer zum 1:0-Sieg in Mainz aber nicht. Vater Fred hatte bereits 1986 für den Fürther Rivalen 1. FC Nürnberg getroffen. Da war Felix noch gar nicht geboren. Doch das war für den Offensivspieler ebenso unwichtig wie die Tatsache, dass er auf der Rückfahrt eine Runde schmeißen musste. "Was ich jetzt ausgeben muss, ist völlig egal. Ich bin einfach nur glücklich", sagte der Matchwinner.

Dämpfer

Weniger fröhlich war den Mainzern – und damit zwei Österreichern – zumute, die nach zwei Runden mit einem mageren Pünktchen dastehen. Andreas Ivanschitz spielte durch, Julian Baumgartlinger stand bis zur 80. Minute auf dem Feld.

Seit sechs Spielen wartet Mainz jetzt saisonübergreifend schon auf einen Treffer aus dem Spiel heraus. Das letzte Tor, das einer Kombination entstammte, war das 4:0 von Adam Szalai am 10. April gegen den 1. FC Köln. Doch der Ungar läuft seiner Form zum Saisonstart noch hinterher, eine wirkliche Alternative hat Trainer Thomas Tuchel nicht.

Deshalb hätten die Mainzer zum Ende der Transferzeit liebend gern noch Adrian Ramos von Hertha BSC Berlin verpflichtet. Doch die Berliner gaben den Kolumbianer für ein Leihgeschäft nicht frei. Dass Manager Christian Heidel stattdessen Flügelflitzer Nikita Rukavytsya aus der Hauptstadt kaufte, wird die Sorgen der Mainzer vorerst kaum lindern. "Wir spielen noch zu verkrampft", sagte Tuchel enttäuscht.

Schlager

Im Sonntags-Match könnte Bayerns 40-Millionen-Mann Martínez sein Debüt feiern. Coach Heynckes verriet aber nicht, ob der Spanier gegen Stuttgart im Kader steht. Bayern erweiterte den obersten Rang um 2000 Plätze, damit werden erstmals 71.000 Zuschauer die Münchner Allianz Arena füllen.

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