Sport | Fußball
05.12.2011

Hinteregger: Symbol des Salzburg-Wegs

Der 18-Jährige schießt Salzburg in die Europa League und entspricht Ricardo Moniz' Zukunftsphilosophie.

Ein 18-jähriger Verteidiger hat Red Bull Salzburg in die Gruppenphase der Europa League geschossen. Martin Hinteregger ist ein Sinnbild für den Weg, den der Vizemeister eingeschlagen hat.

Dabei ist der Linksfuß keine Erfindung von Trainer Ricardo Moniz. Der Nachwuchs-Teamspieler hatte bereits unter dessen Vorgänger Huub Stevens seine Chance erhalten, verfügt daher über mehr internationale Erfahrung als seine Alterskollegen.

Hinteregger hatte sich im Play-off-Rückspiel gegen Omonia Nikosia ein Herz genommen, traf unter Mithilfe des Keepers zum entscheidenden 1:0 (51.). "Dass uns ausgerechnet er als 18-Jähriger in die nächste Runde schießt, macht mich besonders glücklich", erklärte Moniz, der sich die Ausbildung junger Spieler zum übergeordneten Ziel gemacht hat. Daher sei die Gruppenphase Pflicht gewesen. "Es war unser Ziel, dass sich diese Qualitätsspieler auf europäischer Ebene messen."

Hinteregger stärkster "Bulle"

Nicht zuletzt Hinteregger profitiert von der Erfahrung. Der Youngster war nach einer langwierigen Verletzung von Andreas Ulmer (Adduktorenriss) bereits im Vorjahr unter Stevens links in der Viererkette zum Einsatz gekommen. Seine angestammte Position ist aber die Abwehrzentrale. Dort fühlt er sich laut eigenen Angaben auch am wohlsten. "Er spielt eine hervorragende Saison", lobte Kollege Franz Schiemer. "Er hat mit seinem linken Fuß große Qualität."

Die stellte der 18-Jährige, der bisher drei U21-Länderspiele bestritten hat, mit seinem ersten Tor im achten Europacup-Einsatz unter Beweis. "Die Erleichterung ist sehr groß", gestand der Goldtorschütze. "Es ist um sehr viel gegangen, da fehlt uns noch die Ruhe." Tatsächlich machte Hinteregger den stärksten Eindruck im Bullen-Team. Moniz lobte nicht nur die Torgefährlichkeit, sondern auch die Spieleröffnung des Verteidigers.

"Hinteregger war der Mann, der am meisten in Ballbesitz war, der das Spiel aufgebaut hat", meinte Moniz. "Er ist trotz seines Alters schon in der Lage, Spiele zu entscheiden." Das spreche für die Philosophie des Klubs, junge Spieler an die Spitze zu führen. "Man darf aber nicht nur reden, man muss auch tun", betonte der Niederländer, der mit Georg Teigl, Daniel Offenbacher oder Stefan Savic bereits anderen Talenten eine Chance gegeben hat.

Geduld

Dafür forderte Moniz auch Geduld. "Du kannst nicht in einem Tag Xavi sein oder Iniesta, aber wir arbeiten daran", versicherte der Bullen-Coach, der vor Transferschluss noch einen offensiven Mittelfeldspieler dazubekommen könnte. "Dann reicht es aber, dann ist es genug." Vom neuen Sturmtank Stefan Maierhofer, der am Sonntag ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Rapid debütieren könnte, werde man profitieren. "Und wir haben die Jugend", erinnerte Moniz.

Sportdirektor Heinz Hochhauser ortete "offensichtliche Probleme" in der Offensive. "Da sind wir zu wenig durchschlagskräftig, da muss der Hebel angesetzt werden", forderte der 64-Jährige. "Es war bezeichnend für das Spiel, dass Hinteregger das Tor gemacht hat." Einen Zugang werde diese Erkenntnis nicht zwingend nach sich ziehen. "Eigentlich sind wir fertig, aber uns fehlt einer, der aus der zweiten Reihe ein Tor machen kann", sagte Hochhauser. "Wenn so einer auf dem Markt ist, machen wir vielleicht noch etwas."

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