Sport | Fußball
21.08.2018

Hillsborough: Verfahren gegen Polizeibeamten eingestellt

Fast 30 Jahre nach der Katastrophe stehen nun noch fünf Angeklagte wegen der Katastrophe vor Gericht.

Die Anklage gegen einen britischen Polizeibeamten, dem im Zusammenhang mit der Hillsborough-Katastrophe Fehlverhalten in mehreren Fällen vorgeworfen worden war, wurde fallen gelassen. Das teilte die britische Generalstaatsanwaltschaft (Crown Prosecution Service) am Dienstag mit. Das Verfahren gegen Sir Norman Bettison (62) werde aufgrund der geänderten Beweislage eingestellt.

Bettison war vorgeworfen worden, in Bezug auf seine Rolle nach der Katastrophe und eine vermeintliche Mitschuld der Fans gelogen zu haben. Eine erneute Bewertung der Beweismittel habe nun allerdings ergeben, dass es keine realistische Aussicht auf eine Verurteilung gebe, hieß es in der Mitteilung der Strafverfolgungsbehörde.

Am 15. April 1989 war beim Fußball-Pokalspiel in Sheffield zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest eine Massenpanik ausgebrochen, bei der 96 Menschen starben. Weitere 766 Fans wurden verletzt. Nach jahrelangem Streit um die Schuldfrage entschied 2016 ein Gericht nach einer unabhängigen Untersuchung, dass die Katastrophe kein Unfall war, sondern durch das Fehlverhalten der Polizei mitverursacht wurde.

Fünf Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten. Einsatzleiter Donald Duckenfield ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, Graham Mackrell, der frühere Geschäftsführer des Fußballclubs Sheffield Wednesday, wegen Missachtung geltender Sicherheitsvorschriften im Stadion. Die Polizeibeamten Donald Denton, Alan Foster und der Jurist Peter Metcalf sollen durch Manipulationen und sonstiges Fehlverhalten die juristische Aufarbeitung der Katastrophe behindert haben.