Sport | Fußball
27.03.2018

Harte Zeiten für Cristiano Ronaldo

Der portugiesische Superstar trifft im Testspiel gegen die Niederlande nicht, wird geküsst und wartet auf Anklage

Europameister Portugal hat knapp zwölf Wochen vor der WM-Endrunde in Russland einen Rückschlag hinnehmen müssen. Das Team um Superstar Cristiano Ronaldo verlor ein Testspiel in Genf gegen die nicht für die WM qualifizierten Niederländer klar mit 0:3 (0:3). Bis zur WM muss sich die Mannschaft, die bei der EM 2016 in Frankreich den Titel geholt hatte, noch kräftig steigern. In der Gruppenphase trifft Portugal auf Marokko, Iran und Spanien.

Bereits bis zur Halbzeitpause hatte das Team von Trainer Fernando Santos drei Gegentore kassiert. Lyon-Legionär Depay erzielte die Führung, nachdem er mit einem verunglückten Schussversuch von Donny van de Beek angespielt wurde (11.). Besiktas-Istanbul-Spieler Babel per Kopf (32.) und Verteidiger van Dijk vom FC Liverpool (45.+2) trafen danach für die Mannschaft von Bondscoach Ronald Koeman, der den WM-Dritten von 2014 nach der verpassten Qualifikation Anfang Februar übernommen hatte. Im zweiten Durchgang sah dazu noch Portugals Defensivspieler Joao Cancelo Gelb-Rot (61.).

Für Koeman, Europameister von 1988, war es der erste Sieg mit dem Oranje-Team, das am Freitag noch unglücklich 0:1 gegen England verlor. Portugal hatte hingegen in seiner ersten Testpartie der beiden Länderspielwochen mit 2:1 gegen Ägypten gewonnen. Cristiano Ronaldo traf dabei zweimal in der Nachspielzeit.

Gegen die Niederländer wurde er in der 68. Minute ausgewechselt. Kurz zuvor hatte er ein Zusammentreffen mit einem Flitzer, der ihn auf eine Wange küsste. Begeisterungsstürme löste dies bei Ronaldo natürlich keine aus. Im Gegenteil: Der Real-Superstar schaute ziemlich entgeistert drein.

Wenig begeistert dürfte Ronaldo auch über die Entwicklungen in der Steueraffäre rund um mehrere Real-Madrid-Kicker sein. Noch ist der Prozess gegen den mehrmaligen Weltfußballer allerdings nicht eröffnet.

Hohe Strafe

In der vergangenen Woche forderte die spanische Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von vier Millionen Euro für Xabi Alonso. Dabei soll der spanische Welt- und Europameister „nur“ zwei Millionen Euro hinterzogen haben.

Bei Ronaldo geht es hingegen um einen ungleich höheren Betrag. 14,7 Millionen Euro Einnahmen aus Bildrechten, soll der Portugiese über ein Geflecht von Scheinfirmen am spanischen Fiskus vorbeigeschleust haben soll.

„Ich habe niemals etwas verborgen und auch niemals die Absicht gehabt, Steuern zu hinterziehen“, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme Ende Juli 2017. Die Staatsanwaltschaft sieht das freilich anders und wirft dem 33-Jährigen vor, „wissentlich“ und „willentlich“ gehandelt zu haben.