Gartler mit Ried gegen den Erzrivalen
Wenn es so etwas wie ein goldenes Händchen gibt, dann besitzen es die Rieder, insbesondere Manager Stefan Reiter. Jahr für Jahr müssen die Besten verkauft werden, Jahr für Jahr muss Ersatz geholt werden. Aber: Kaum wurde eine Neuerwerbung geholt, hat diese auch schon wieder eingeschlagen. Egal, ob die Angereisten aus Spanien kommen oder aus Österreich.
Rene Gartler kam aus Hütteldorf, hatte sich viel vorgenommen und dies glänzend umgesetzt. Sechs Tore in sieben Pflichtspielen ist auch für Rieder Verhältnisse eine ausgezeichnete Ausbeute. Mit drei Meisterschaftstreffern für die Innviertler hat der Angreifer schon jetzt seine Marke aus der vergangenen Saison eingestellt. Und am Sonntag (16.00 Uhr, ORFeins, Sky) soll das Torkonto des Ex-Rapidlers ausgerechnet gegen die Austria zum Abschluss der 5. Bundesliga-Runde weiter aufgebessert werden.
"Ein Tor gegen die Austria wäre eine super Sache", meinte Gartler im Gespräch mit der APA. Verständlich, wenn man bedenkt, dass der Stürmer seine fußballerische Ausbildung beim Erzrivalen der Violetten hinter sich gebracht hat. "Ich gebe in jedem Spiel alles, aber natürlich spiele ich gerne gegen die Austria. Ich war von klein auf im Rapid-Nachwuchs, da sind natürlich schon mehr Emotionen im Spiel", gibt Gartler zu.
Partnerglück
Seinen aktuellen Erfolgslauf genießt der Ried-Stürmer natürlich, allzu großen Druck lässt er sich aber keinen auferlegen. "Mein Hauptziel ist, Einsatzminuten zu bekommen und Leistung zu zeigen. Der Rest kommt dann von alleine", sagt Gartler, der sich also vorerst keine zahlenmäßigen Tor-Ziele für diese Saison gesteckt hat.
Gartler ist Rieds-Saison-Toptorschütze, will sich aber keinesfalls in den Mittelpunkt stellen. "Es hängt nicht alles von mir ab. Es ist schön gebraucht zu werden, aber ich bin nicht der Einzige. Auf meiner Position bin ich stark von der Mannschaft abhängig", erinnert Gartler, der vor allem Thomas Hinum lobend erwähnte. Der 25-Jährige mit Rapid-Vergangenheit hatte ihm alle drei Bundesligatore vorbereitet.
Gartler hat nach seinem Wechsel von Hütteldorf ins Innviertel gleich zu Beginn eingeschlagen. "Es ist für mich vom ersten Vorbereitungsspiel an super gelaufen", sagte der Stürmer. Der Wiener wurde vom Vereinsumfeld und der Mannschaft super aufgenommen und ist innerhalb kürzester Zeit zu einem fixen Bestandteil geworden. Vor allem auch, da der 26-Jährige im Gegensatz zu seinem Ex-Verein
Rapid in Ried vollstes Vertrauen genießt. Coach Heinz Fuchsbichler hält große Stücke auf den trickreichen Angreifer. "Ich bekomme das Vertrauen. Es ist für jeden Spieler wichtig, einen Trainer zu haben, der auf einen baut", betonte der mit einem Vertrag bis Ende Juni 2014 ausgestattete Gartler.
Fixleiberl
In Ried ist der Angreifer aus der Startformation kaum wegzudenken, eine im Vergleich zur vergangenen Saison ganz neue Erfahrung für ihn. "Es ist besser, hier unter den ersten elf dabei zu sein, als der 18. bei Rapid zu sein", sagt Gartler. Der Umzug nach Oberösterreich ist dem Stürmer nicht schwer gefallen. "Es ist mehr Natur da, alles ruhiger und sehr familiär, und die Wege sind kürzer. Das ist schon sehr angenehm", verriet Gartler, der gemeinsam mit seiner Familie ein schönes "Platzerl" gefunden und sich gut eingelebt hat.
Sportlich nach Wunsch läuft es nicht nur für Gartler, sondern auf nationaler Ebene auch für die Rieder insgesamt. Mit drei Siegen aus vier Spielen starteten sie stark in die Saison und sind damit in der Tabelle ganz vorne dabei. "Wir spielen einen sehr guten Fußball. Es läuft sehr gut, aber es steckt noch immer viel Potenzial in der Mannschaft, das trifft auch auf mich zu", sieht Gartler noch Verbesserungsmöglichkeiten.
Eines ist gewiss: Ried ist längst ein fixer Bestandteil in
Österreichs oberen Tabellenregionen geworden. Die Höhenluft hat den Innviertlern aber nicht geschadet – in Ried hebt keiner ab.
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