Garics: "Müssen besten Tag erwischen"
So wie seine ÖFB-Kollegen hofft auch
György Garics am Dienstag (20.30 Uhr/live ORF eins) auf die große Sensation. Ein Sieg im ausverkauften Wiener Happel-Stadion gegen Deutschland wäre der perfekte Startschuss für die
WM-Qualifikation, doch damit das Husarenstück gelingt, muss laut dem Bologna-Legionär alles zusammenpassen. "Wir müssen unseren besten Tag erwischen und hoffen, dass die Deutschen nicht ihren besten erwischen."
Trotz der großen Erwartungshaltung vor dem Duell mit dem dreifachen Weltmeister dürfe man aber nicht vergessen, dass die für Österreich entscheidenden Partien erst nach dem Deutschland-Match über die Bühne gehen. "Die Deutschen sind sicher über uns zu stellen und der klare Favorit auf Platz eins in der Gruppe. Wir müssen mit Schweden und Irland um den zweiten Platz kämpfen."
Deswegen warnte Garics schon vorab vor überzogenen Reaktionen, sollte Deutschland besiegt werden, und erinnerte in diesem Zusammenhang an den WM-Quali-Auftakt vor vier Jahren. Damals wurde zunächst Frankreich 3:1 geschlagen, ehe es vier Tage später in Litauen ein 0:2 setzte. "Es bringt nichts, wenn wir gegen Deutschland gewinnen und dann im Oktober gegen Kasachstan nicht."
Koller sei Dank
Generell hält der 28-Jährige die Aussicht auf eine WM-Teilnahme für durchaus realistisch. "Wir haben gute Chancen, weil wir in der Mannschaft viel Qualität haben. Und in den letzten Länderspielen haben wir immer einen kleinen Schritt nach vorne gemacht. Jetzt müssen wir schauen, dass wir ein gewisses Level erreichen, das wir immer abrufen können."
Die offensichtliche Steigerung ist laut Garics eng mit dem Amtsantritt von Teamchef
Marcel Koller verbunden. "Natürlich ist es auffällig, dass wir einige Schritte nach vorne gemacht haben, das hat sicher mit dem Trainer zu tun. Er versucht, uns eine Linie zu geben, und das funktioniert gut, wie man zuletzt gegen die Türkei gesehen hat."
Auch innerhalb des gesamten ÖFB ortete Garics einen Wandel zum Besseren. Man gehe mittlerweile mehr auf die Wünsche der Teamspieler ein, betonte der 27-fache Internationale (1 Tor). "Vielleicht hat man beim ÖFB begriffen, dass man mit dieser Mannschaft viel erreichen kann."
Ersatz
In der Nationalmannschaft ist Garics als Rechtsverteidiger gesetzt, bei seinem Klub
Bologna saß er zuletzt nur auf der Ersatzbank. Große Sorgen wegen möglicherweise mangelnder Spielpraxis macht sich der gebürtige Ungar deshalb aber nicht. "Ich hätte im Sommer wechseln können, doch Trainer und Sportdirektor haben gesagt, ich soll bleiben, sie setzen auf mich. Wir haben eben einen großen Kader, da kann es schon einmal passieren, dass man nicht von Anfang an spielt."
Bei Bologna kommt Garics in einem 3-4-1-2-System rechts im Mittelfeld zum Einsatz - diese Rolle unterscheidet sich in einigen Punkten von jener rechts in einer klassischen Viererkette, wie sie in der ÖFB-Auswahl praktiziert wird. "Die Position bei Bologna ist intensiver, weil man bei jedem Angriff mit dabei sein und gleichzeitig auch auf die Defensive achten muss. Bei einer Viererkette kann man immer selbst entscheiden, ob man in die Offensive mitgeht oder nicht."
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