Grödig-Manager Christian Haas ist heute im Fußball-Wettskandal-Prozess als Zeuge gehört worden.

© APA/BARBARA GINDL

Fußball-Wettskandal
09/09/2014

Haas spricht von "Vertrauensbruch"

Von seinen Ex-Spielern Taboga und Zündel zeigt sich Grödig-Manager Haas schwer enttäuscht.

Am elften Prozesstag im Fußball-Wettskandal ist heute im Straflandesgericht Graz Christian Haas, Manager des SV Grödig, als Zeuge gehört worden. Er schilderte, wie ihm sein damaliger Spieler und Vize-Kapitän Dominique Taboga Geldprobleme wegen einer angeblichen Erpressung beichtete. Er habe das zuerst geglaubt, durch die polizeilichen Erhebungen sei aber alles in anderem Licht erschienen.

Pure Enttäuschung

Haas sagte, er sei von Taboga und auch Ex-Spieler Thomas Zündel enttäuscht. Aufgeflogen war das Ganze, nachdem Taboga 5.000 Euro aus der Mannschaftskasse bekommen hatte, um die Scheine zu wechseln und unter den Spielern aufzuteilen. Da das aber tagelang nicht passierte, schöpften Haas und der damalige Trainer Adi Hütter Verdacht und stellten den Vize-Kapitän zur Rede. Dabei habe dieser von Problemen erzählt: "Er sagte, er wird erpresst und zeigte einen Brief und mehrere SMS. Er meinte, er muss jedes Monat Geld beim Autoreifen verstecken", so Haas. Dann habe er gesagt, er werde zur Polizei gehen, weil es ihm jetzt reiche.

Bei der Einvernahme durch die Beamten war der Manager dabei und hörte dann auch, dass die Erpressung mit Spielmanipulationen zusammenhing: "Taboga sagte, Sanel Kuljic und ein anderer erpresse ihn, Spiele zu manipulieren. Er tat mir am Anfang leid, ich habe ihm zuerst geglaubt." Da Taboga schon Abschiedsbriefe verfasst habe, kümmerten sich der Verein und die Polizei um eine andere Wohnung, wo er sich vor den Erpressern sicher fühlen habe können. Später seien Tabogas Aussagen aber nicht mehr logisch gewesen: "Das passte alles nicht zusammen", sagte Haas.

Nur die halbe Wahrheit

Der Manager stellte seine Mannschaft zur Rede und fragte sie, ob Taboga auch einen von ihnen wegen Manipulationen angesprochen habe. Drei hätten das bejaht, aber sich nicht auf die Manipulationen eingelassen. Darunter war auch Thomas Zündel, der aber nach der Einvernahme durch die Polizei dem Manager reinen Wein einschenken musste: "Zündel schickte mir ein SMS, er müsse mit mir reden. Er sagte, er habe nicht die ganze Wahrheit gesagt. Er habe Taboga einen Gefallen getan und sei zu einem Treffpunkt mitgefahren", sagte Haas vor Richterin Elisabeth Juschitz. Dort hätten sie so getan, als ob sie das Spiel gegen Kapfenberg manipulieren würden. Umgesetzt hätten sie das dann aber nicht.

Für Haas war Zündels Aktion ein "Vertrauensbruch", weshalb er ihn und Taboga kündigte. "Wir kämpfen um jeden Sponsor und Zuschauer und dann so etwas", zeigte sich der Manager enttäuscht. Er wisse bis heute nicht, ob Taboga wirklich Spiele manipuliert habe. Mit dessen spielerischer Leistung sei er jedenfalls zufrieden gewesen, sagte Haas.

Am Nachmittag sollen weitere Zeugen, darunter ein österreichischer Buchmacher, gehört werden. Ab Mittwoch folgen noch ergänzende Befragungen der Angeklagten. Ab 1. Oktober geht der Prozess schließlich in die "Schlussminuten". Am 3. Oktober ist ein Urteil geplant.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.