Sport | Fußball
04.06.2018

Tunesisches Nationalteam bricht Fasten während Testspiel

Der Tormann täuschte eine Verletzung vor. Während der Behandlungspause stärkten sich die Mitspieler.

Muslimische Fußballspieler treibt der Fastenmonat Ramadan an ihre körperlichen Grenzen. Untertags ist es laut religiöser Vorschrift strikt verboten, zu essen oder zu trinken. Erst bei Sonnenuntergang wird das Fasten gebrochen und es darf wieder Nahrung zu sich zu genommen werden.

Die tunesische Nationalmannschaft hat nun eine elegante Lösung gefunden, sich hier zumindest teilweise Abhilfe zu schaffen. Im Vorbereitungsspiel auf die Fußball-WM gegen die Türkei täuschte Tormann Mouez Hassen in der 49. Minute - kurz nach Sonnenuntergang - eine Verletzung vor. Die „ Behandlungspause“ nutzten die restlichen Spieler, um bei der Trainerbank Wasser zu trinken und Datteln zu essen. Großen Unterschied am Ausgang des Spiels machte die Stärkung nicht: Nachdem es bis dahin noch torlos stand, endete es schlussendlich 2:2.

Gleiche Taktik gegen Portugal

Im Testspiel gegen Portugal vier Tage zuvor provozierte Hassen beim Stand von 1:2 in der 58. Minute eine Verletzungsunterbrechung, die seine Teamkollegen zum Auftanken nutzten. Dieses Mal verlieh die Pause offenbar mehr Kräfte: Tunesien gelang gegen den Europameister noch der Ausgleich.

Bei der Weltmeisterschaft wird Tunesien auf solche Taktiken nicht zurückgreifen müssen. Der Ramadan geht mit 14. Juni zu Ende, das erste Gruppenspiel bestreiten die Nordafrikaner erst am 18. Juni gegen England.