Sport | Fußball
20.07.2018

Rummenigge kritisiert DFB-Krisenmanagement scharf

"Der DFB ist eigentlich nur noch durchsetzt von Amateuren", sagt Bayerns Vorstandschef.

Karl-Heinz Rummenigge hat das Krisenmanagement des Deutschen Fußball-Bundes ( DFB) nach dem WM-Debakel in Russland scharf kritisiert und die Verbandsführung als Amateure abgekanzelt. "Ich bin ein Stück irritiert und auch erstaunt über das, was man beim DFB so als Krisenbewältigung versteht, weil mir da so ein bisschen die Fußballkompetenz fehlt", sagte Bayern Münchens Vorstandschef am Freitag.

Er fühlte sich an das Jahr 2000 erinnert, als die Nationalmannschaft bei der EM schon in der Vorrunde gescheitert war. "Mir fehlt da ein bisschen im Moment einfach die klare professionelle Handhabung der Krisenbewältigung. Es wundert mich allerdings auch nicht, weil der DFB ist eigentlich nur noch durchsetzt von Amateuren", sagte Rummenigge. Dabei würden auch Leute wie (Anm.: Vizepräsident Rainer) Koch und andere Landesfürsten eine Rolle spielen.

"Ich bin nicht überzeugt, dass am Ende des Tages die richtigen Ansätze gefunden werden mit diesen Leuten, wie das da gerade abläuft", kritisierte Rummenigge. An der Spitze des DFB steht derzeit Reinhard Grindel. Bundestrainer Joachim Löw und Nationalteammanager Oliver Bierhoff arbeiten derzeit in Frankfurt das WM-Desaster mit dem überraschenden Out nach der Gruppenphase auf. Dass Löw weiterhin im Amt bleiben darf, hält Rummenigge für richtig. "Man sollte Jogi Löw die Chance geben, er hat zwölf Jahre lang einen überragenden Job gemacht." 2014 hatte Löw die Deutschen zum Weltmeistertitel geführt.