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Sport | Fußball
08/06/2013

Istanbul: Die Stadt der Elitestadien

In der größten Stadt der Türkei werden Arenen gebaut, von denen Österreich nur träumen kann.

Istanbul ist eine Boomstadt – nicht nur wirtschaftlich. Es ist die einzige Stadt eines Landes, das UEFA-Mitglied ist, in der drei ultramoderne Fußballarenen stehen, die mehr als 50.000 Zuschauer fassen und die höchste FIFA-Klassifikation (Kategorie 4 = Elitestadion) haben. Deshalb ist es kein Wunder, dass die türkische Metropole als Favorit auf die Austragung der beiden Semifinal-Spiele und des Finales der EURO 2020 gilt. Der mächtige UEFA-Boss Michel Platini hat jedenfalls schon anklingen lassen, dass er sich Istanbul durchaus als Endspielort vorstellen könnte.

Die größte türkische Stadt ist eine echte Fußballmetropole. Die drei Istanbuler Großklubs Galatasaray (19 Meistertitel), Fenerbahce (18 Meistertitel) und Besiktas (13 Meistertitel) dominieren seit Jahrzehnten die türkische Liga. Mit Trabzonspor und Bursapor konnten bisher nur zwei Vereine aus anderen Städten die Phalanx der Istanbuler Klubs brechen und ebenfalls türkischer Meister werden.

Neubauten

Viel Geld wurde am Bosporus in die neuen Arenen gesteckt. Das Sükrü-Saracoglu-Stadion im asiatischen Stadtteil Kadiköy (Fassungsvermögen: 50.530 Zuschauer), in dem Salzburg am Dienstag versucht, sich für das Champions-League-Play-off zu qualifizieren, wurde 2006 um rund 80 Millionen Euro umgebaut. Die Arena gehört übrigens Fenerbahce. Der Zuschauerschnitt liegt weit über 40.000 Fans.

Noch teurer war ein zweites Megastadion, das sich ebenfalls im Besitz eines Istanbuler Großklubs befindet: Galatasaray investierte rund 130 Millionen Euro in die Türk Telekom Arena (Fassungsvermögen: 52.650 Zuschauer). Das Stadion im Vorort Seyrantepe wurde erst vor zweieinhalb Jahren eröffnet. Dort konnten die Galatasaray-Fans die Meistertitel 2012 und 2013 feiern. Vergangene Saison stellte der Klub mit 47.200 verkauften Abonnements einen neuen Rekord für die Türkei auf.

Die größte Arena Istanbuls steht freilich an der Peripherie der Stadt, errichtet auf einer einer ehemaligen Mülldeponie. 76.022 Zuschauer fasst das Atatürk-Olympiastadion, das für die Olympischen Spiele 2008 gebaut wurde, die Istanbul dann gar nicht bekommen hat. 2002 war die Arena, die rund 120 Millionen Euro gekostet hat, eröffnet worden. Sie gehört dem Staat, keinem Verein.

Schlechte Stimmung

Die Fans lieben das Stadion wegen der extrem breiten Laufbahn nicht gerade. Zu den Heimspielen von Erstliga-Absteiger Istanbul BB verirrten sich vergangene Saison, wenn es nicht gerade gegen Fenerbahce, Galatasaray und Istanbul ging, nur ein paar Tausend Zuschauer in das weite Rund.

Aber im türkischen Nationalstadion wurde trotzdem schon Fußballgeschichte geschrieben. 2005 fand eines der legendärsten Europacup-Finalspiele aller Zeiten im Olympiastadion statt. Liverpool besiegte im Champions-League-Endspiel Milan im Elfmeterschießen, nachdem die Engländer zur Pause 0:3 zurückgelegen waren.

Istanbul bekommt jetzt übrigens auch noch eine vierte moderne Fußballarena. Das im Besitz von Besiktas befindliche Inönü-Stadion, das mitten im Zentrum Istanbuls und nur unweit des Taksim-Platzes steht, wird gerade abgerissen. Ein Stadionneubau, der in 18 Monaten eröffnet werden soll, kostet rund 80 Millionen Euro und wird nach Beendigung der Bauarbeiten 42.908 Zuschauern Platz bieten.

Istanbuler Stadion-Impressionen: