Sport | Fußball
05.11.2018

Ex-ÖFB-Teamkapitän Andreas Ivanschitz hört auf

Der 35-Jährige gab seinen Abschied vom Profi-Fußball über soziale Netzwerke bekannt.

Der ehemalige ÖFB-Teamkapitän Andreas Ivanschitz gab seinen sofortigen Rücktritt vom Profi-Fußball bekannt. Wie der 35-Jährige bekanntgab, ziehe er nach 19 Profijahren den Schlussstrich. Der Burgenländer war nach dem Ende seines letzten Engagements bei Viktoria Pilsen im Sommer 2018 ohne Verein gewesen.

"Heute, nach 19 unglaublichen Jahren, habe ich entschieden, meinen Rücktritt vom Profi-Fußball bekanntzugeben", schrieb der Burgenländer in den sozialen Netzwerken. In den vergangenen Monaten erprobte er sich als TV-Experte und Co-Kommentator bei DAZN.

 

Weltenbummler

Der Mittelfeldakteur spielte für sieben verschiedene Klubs in sechs Ländern. Die meisten Pflichtpartien (177) bestritt er für Rapid, wo er 2000 mit 16 Jahren sein Bundesliga-Debüt gab. Es folgten Engagements bei Salzburg, Panathinaikos Athen, Mainz 05, Levante UD, Seattle Sounders und Pilsen.

Mit Rapid und Salzburg holte er den Meistertitel in Österreich, mit Seattle 2016 in den USA den Cup und nach Kurzeinsätzen für Pilsen in der Vorsaison auch in Tschechien den Meistertitel.

Rot-Weiß-Rot führte Ivanschitz von 11. Oktober 2003 bis 11. Februar 2009, also auch bei der Heim-EM 2008, als Kapitän aufs Feld. Mit 19 Jahren und 361 Tagen ist er jüngster ÖFB-Kapitän der Geschichte. In seinen insgesamt 69 A-Länderspielen (März 2003 - Juni 2014) erzielte er zwölf Treffer.

Andreas Ivanschitz' Karriere: 

Andreas Ivanschitz

1/15

Andreas Ivanschitz wurde am 15. November 1983 in Eisenstadt geboren. 

Bereits mit 14 Jahren gelang ihm der Sprung von seinem Jugendklub ASK Baumgarten zur U15 von Rapid.

Am 26. Oktober 1999 gab er im zarten Alter von 16 Jahren im ÖFB-Cup sein Profidebüt.

Ein halbes Jahr später stand er auch erstmals bei einem Bundesliga-Spiel auf dem Rasen. Fast 150 Begegnungen absolvierte Ivanschitz in der Liga für Rapid. 2003 wurde er zu "Österreichs Fußballer des Jahres" gekürt, zwei Jahre später wurde er mit den Hütteldorfern Meister. 

In jener Zeit reifte er auch zum Teamspieler.

Im Jänner 2006 wechselte er zu Red Bull Salzburg. Dort kam er unter dem italienischen Kult-Coach Giovanni Trapattoni nur 13 Mal zum Einsatz. 

Die Rapid-Fans nahmen ihm den Wechsel zu dem ungeliebten Red-Bull-Klub übel. 

Bereits im Sommer desselben Jahres verlieh Salzburg den Mittelfeld-Mann ins Ausland. Drei Jahre spielte Ivanschitz bei Panathinaikos Athen, wo man ihn als den "grünen Mozart" feierte.

Seine Leistungen beim griechischen Champions-League-Teilnehmer bescherten ihm die Kapitänsbinde bei der Europameisterschaft im eigenen Land im Sommer 2008. 

Dort kam er in allen drei Partien zum Einsatz, zwei Mal über die volle Distanz. 

Nach der EURO fand er in Athen unter dem neuen Trainer nur noch selten Berücksichtigung. Also suchte Ivanschitz eine neue Herausforderung und fand diese in Mainz. Nach zwei Saisonen, in denen er 113 Partien (24 Tore, 19 Assists) absolvierte, zog er weiter. 

SPAIN SOCCER PRIMERA DIVISION

Die nächste Station war die spanische Primera Division. Bei UD Levante sollte er auf 51 Pflichtspiel-Einsätze kommen, in denen er fünf Tore schoss und zehn weitere auflegte. 

Wiederum zwei Jahre vergingen ehe Ivanschitz den nächsten Sprung in seiner Karriere wagte. Diesmal war es ein großer, denn diesmal landete der Burgenländer auf einem anderen Kontinent. Beim MLS-Klub Seattle Sounders FC durfte er sich sogar Conference-Champion und Cup-Sieger nennen lassen. 

Zwei Jahre blieb Ivanschitz auch in den USA. Dann folgte die Rückkehr nach Europa. Der Zugvogel landete beim tschechischen Spitzenklub Viktoria Pilsen, wo er in eineinhalb Jahren nicht über die Reservistenrolle hinauskam. 

Offiziell verabschiedet wurde Ivanschitz vom ÖFB-Team erst im letzten September, im Rahmen des Testspiels gegen die Schweden in der Wiener Generali Arena.