FC Bayern Munich vs Atletico Madrid

© EPA / Alexander Hassenstein / POOL

Sport Fußball
10/27/2020

Erpressung? Ex-Berater von Stürmerstar Lewandowski festgenommen

Mit "strafbaren Drohungen" soll Cezary K. den Goalgetter unter Druck gesetzt zu haben, um 20 Millionen Euro von ihm zu erhalten.

Die Polizei in Polen hat den früheren Berater von Fußballstar Robert Lewandowski, Cezary K., festgenommen. Er werde verdächtigt, den Spieler des FC Bayern München mit "strafbaren Drohungen" unter Druck gesetzt zu haben, um 20 Millionen Euro von ihm zu erhalten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Warschau am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Gegenwärtig wird sein Haus durchsucht."

Der 32 Jahre alte Lewandowski werde von den Ermittlern als Geschädigter in der Sache behandelt. "Die Forderungen an ihn hatten keinerlei Grundlage, die sich aus den Geschäftsbeziehungen der beiden ergab", so der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter. Eine Sprecherin von Lewandowski verwies darauf, dass nur die Staatsanwaltschaft in dieser Sache Auskunft geben könne. Eine Stellungnahme von Cezary K. lag zunächst nicht vor.

Retourkutsche?

Anfang September hatte eine Spiegel-Geschichte für Aufregung gesorgt. Darin war zu lesen, wie Cezary K. bei der Wirtschaftsabteilung des Bezirksgerichts in Warschau Zivilklage gegen Lewandowskis Vermarktungsfirma RL Management eingereicht hatte. In dem Schriftsatz erhob der Berater schwere Anschuldigungen gegen seinen ehemaligen Klienten.

Lewandowski habe unrechtmäßig mehrere Millionen Euro aus der gemeinsamen Vermarktungsfirma RL Management abgezweigt, seine Ehefrau Anna ebenfalls. "Es geht unter anderem um Luxusreisen und teure Inneneinrichtung, die die Lewandowskis vom Firmenkonto beglichen haben sollen. K. fordert deswegen rund 39 Millionen polnische Złoty Schadensersatz, umgerechnet etwa neun Millionen Euro", heißt es in dem Bericht.

Auf Spiegel-Anfrage teilte der Bayern-Torjäger mit, dass ihn die Klage bisher nicht erreicht habe. Die Vorwürfe des Beraters bezeichnete er als "haltlos".

"Schädigung des Ansehens"

Daraufhin hatte sich Lewandowskis Sprecherin über den früheren Berater, der selber polnischer Teamspieler gewesen war, geäußert. Dieser versuche Lewandowski "dazu zu bringen, ihm Geld auszuzahlen, das ihm nicht zusteht. Die Darstellung der Vorwürfe in der Presse behandeln wir als Versuch, Druck auf uns auszuüben, durch Schädigung des Ansehens von Robert Lewandowski und durch das Erzeugen eines verzerrten Bildes über die Sache, das in Zukunft die Ansicht eines Gerichtes beeinflussen könnte“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme der Beraterin.

Lewandowski kennt Cezary K. noch aus seinen Zeiten beim polnischen Zweitligisten Znicz Pruszkow. 2008 war der Berater beteiligt, dass der Angreifer einen Vertrag beim Erstligisten Lech Posen unterschrieb. 2010 wechselte Lewandowski zu Borussia Dortmund, seit 2014 steht er beim FC Bayern unter Vertrag.

2018 trennte sich Lewandowski nach zehn Jahren Zusammenarbeit von Cezary K. Der Kapitän der polnischen Nationalelf lässt sich seitdem vom Israeli Pini Zahavi vertreten. Dieser vertritt übrigens ÖFB-Star David Alaba. 

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