Costa hat nur geknutscht und nicht gebissen

Mehrere Fußballspieler umarmen sich auf dem Spielfeld.
Der Spanier ging auf seinen Gegenspieler Barry los, eine Sperre droht.

Der FC Chelsea galt einmal als Nobeladresse im englischen und internationalen Fußballgeschehen. In der vergangenen Woche wurde dieses Image allerdings arg angekratzt. Sportlich dümpeln die Blauen im Tief und auch der Auftritt des Diego Costa, spanischer Rüpel im Chelsea-Trikot, passte in eine gründlich schwarze Serie.

Aus der Champions League haben sich die Londoner im Duell mit Paris verabschiedet, am Samstag kam das Aus im englischen Pokal bei Everton (0:2). Und es war Costa, der seinen Frust wieder einmal nicht bändigen konnte. Als er nämlich – einem Vampir ähnlich – seinen Mund gegen den Hals von Gareth Barry (Everton) presste, lag die Vermutung nahe: Bissattacke der Marke Luis Suarez. Der frühere Liverpool- und jetzige Barcelona-Stürmer hatte bekanntlich seine Zähne mehrmals in diverse Körperteile seiner Gegenspieler gegraben.

Zehn Spiele Sperre wurden Suarez aufgebrummt, als er 2013 ausgerechnet im Duell mit Chelsea-Verteidiger Ivanovic den Mund zu voll genommen hatte. Einer solch saftigen Strafe wird Costa wohl entgehen. Denn der Spanier erlag zwar nicht einer zwanghaften Erotikattacke, er habe Barry aber auch nicht gebissen, teilte Chelsea in einer Stellungnahme mit. Dies bestätigte auch Barry.

Costa musste trotzdem mit Gelb-Rot vom Feld, sein erster Platzverweis in England. Auch Everton-Trainer Martinez nahm ihn in Schutz: "Was immer mit Diego Costa passiert, ich denke, wir haben das gesehen, was wir in einem Pokal-Fight sehen wollen: Richtige Emotionen." Ein paar Einheiten zum Thema Aggressionsbewältigungen werden dennoch nötig. Findet jedenfalls Chelsea-Coach Guus Hiddink. "Es gibt Filme drüber. Einen mit Jack Nicholson."

Kommentare