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Sport Fußball
07/07/2019

Finale daheim: Brasilien als klarer Favorit ins Copa-Endspiel

Gegner Peru setzt auf brasilianischen Hochmut, das Gruppenspiel gewannen aber die Brasilianer klar mit 5:0.

Brasilien fehlt bei der Heim-Copa nur noch der letzte Schritt zur erfolgreichen Titelmission. Der achtfache Turnier-Gewinner geht am Sonntag als klarer Favorit ins Finale der Südamerikameisterschaft gegen Peru. Das Duell hatte bereits in der Gruppenphase der Copa America viele Tore bereitgehalten - allerdings nur für eine Mannschaft.

Knapp zwei Wochen ist es her, da hat Brasilien den Final-Gegner im dritten Gruppenspiel mühelos 5:0 (3:0) überrollt. "Schmerzhaft" und "lehrreich" sei das Ergebnis gewesen, räumte Peru-Coach Ricardo Gareca ein. Sein Team hat sich seither mit Erfolgen gegen Uruguay und Chile aber rehabilitiert. Und allzu viele Parallelen zwischen der anstehenden Partie und dem 0:5 sieht Gareca, genannt "der Tiger", ohnehin nicht. In einem Finale komme es schließlich auf ganz andere Dinge an, auf "Feinheiten", wie der Trainer sagte.

"Keine andere Option, als zu gewinnen"

"Wir suchen nach Wegen, wie wir Brasilien entgegentreten können", erklärte Gareca. Der Tiger zeigte seine Krallen: "Für uns gibt es keine andere Option, als zu gewinnen." Der frühere argentinische Teamstürmer betreut die Mannschaft aus Peru seit Februar 2015. Der 61-Jährige führte den Andenstaat zur WM 2018 nach Russland und nun ins erste Copa-Endspiel seit 1975. Damals holte Peru gegen Kolumbien den zweiten Titel nach 1939. Bei den Turnieren 2011 und 2015 reichte es jeweils zu Platz drei.

Im Halbfinale überraschte eine Mannschaft, in deren Startelf nur drei in Europa tätige Spieler standen, mit Chile den bisher letzten Titelträger. Das Team um den 35-jährigen Altstar Paolo Guerrero gewann 3:0. Beobachter lobten danach überschwänglich das präzise Umschaltspiel. Andere wiederum meinten, Peru habe nicht mehr als die eklatanten Abwehrschwächen Chiles offengelegt. Gänzlich falsch ist wohl beides nicht.

Brasilien auf der anderen Seite steuerte auch ohne seinen schillernden Superstar Neymar souverän durch die Gruppenphase, warf im Viertelfinale Paraguay aus dem Turnier und zeigte im Halbfinale gegen Argentinien (2:0) sein bisher bestes Spiel im Turnier. Vor allem, dass sich die Weltstars als Teamspieler mit Gemeinsinn präsentierten, gibt Brasiliens Aficionados Zuversicht. Gegen den Erzrivalen fielen zuletzt beide Tore nach Gemeinschafts-Produktionen. So suchte der immer besser aufgelegte Gabriel Jesus nach einem Sprint aus der eigenen Hälfte beispielsweise nicht selbst den Abschluss, sondern passte zu Roberto Firmino, der aus kurzer Distanz den Endstand besorgte.

Brasilien will den neunten Titel

Am heutigen Sonntag geht die Selecao mit dem Druck, aber auch dem Rückhalt eines fußballverrückten 200-Millionen-Einwohner-Landes ins Endspiel im eigenen Land. Die Auswahl von Teamchef Tite ist im sagenumwobenen Maracana-Stadion der klare Favorit. Die Kicker haben den neunten Copa-Erfolg fest eingeplant. Wenige Minuten nachdem Peru als Finalgegner feststand, twitterte Kapitän Dani Alves bereits prognosensicher: "Ya esta!" Zu Deutsch: "Das ist es!"

Ob die Worte des erfolgreichsten Fußballers der Geschichte nach Titeln (42) als nachträgliches Eigentor einschlagen, wird sich erst am Sonntag zeigen. Die Statistik allerdings gibt ihm Recht: 31 der 44 Aufeinandertreffen gingen an Brasilien. Von 18 Copa-Duellen verlor die Selecao nur deren drei. Ein Titelgewinn Brasiliens wäre der erste in einem internationalen Turnier seit 2007. "Wir haben den ersten Schritt getan, nun muss der zweite folgen", sagte Dani Alves.