Färöer-Match als Therapie für Götze
2012 war bisher kein gutes Jahr für
Mario Götze. Verletzungen warfen den deutschen Jungstar aus der Bahn. Doch beim 3:0 am Freitag in Hannover gegen die Färöer zum Auftakt der
WM-Qualifikation deutete der Dortmunder nicht nur mit seinem Tor seine Klasse wieder an. "Ich bin einfach froh, dass ich wieder fit bin. Ich brauche meine Spielminuten, meine Spielpraxis", sagte Götze.
Von ganz großen Ansprüchen ist der 20-Jährige nach einem Jahr mit langwieriger Schambeinverletzung und schmerzender Bindehautentzündung weit entfernt. Der Einsatz gegen die Färöer war eine Art Aufbauprogramm für den Ballkünstler. "In so einem Spiel war es möglich, Mario Götze Spielpraxis zu geben", sagte DFB-Teamchef Joachim Löw. Borussen-Coach Jürgen Klopp wird es ihm danken.
Löw sah trotz des ansprechenden Auftritts aber auch noch verständliche Defizite. "Er ist noch nicht so weit, dass er komplett seinen Rhythmus gefunden hat, er war ja lange verletzt. Es ist wichtig, ihn behutsam aufzubauen. Man spürt jetzt wieder seine Spielfreude und seinen Tatendrang. Er ist sehr ehrgeizig", bemerkte Löw.
Gegen Österreich auf der Bank
Ende November 2011 hatte Götze für Borussia Dortmund gegen Schalke (2:0) zum bisher letzten Mal in der Bundesliga mehr als 87 Minuten (wie gegen die Färöer) gespielt.
Im Teamtrikot stand er im Oktober 2011 in der Türkei (3:1) länger auf dem Platz, bevor er in der Schlussminute für Marco Reus ausgewechselt wurde.
Mit seinem neuen Klub-Partner Reus bildete er nun die linke kreative Mittelfeldseite in der DFB-Elf. "Mario und ich spielen noch nicht so lange zusammen, aber wir suchen uns und meistens finden wir uns auch, und das macht Spaß mit ihm zusammen zu spielen", sagte der Neu-Borusse Reus.
Beiden Blondschöpfen schien jedoch klar zu sein, dass die Doppelpässe im DFB-Trikot künftig wieder seltener werden könnten.
Nur gegen kleine Gegner hat Götze derzeit die realistische Aussicht auf Startelf-Einsätze. Schon gegen
Österreich wird
Löw wieder defensiver mit zwei Sechsern statt vier offensiven Mittelfeldspielern agieren lassen - und Götze wohl weichen müssen. "Wir haben eine sehr gute Qualität im Kader. Es wird sich zeigen, wer im Endeffekt spielen wird", sagte Götze.
Sein Dilemma ist, dass er selbst am liebsten in der Mitte agiert und Löw ihn genau dort am stärksten sieht. Die Zentrale ist durch Mesut Özil aber auf unabsehbare Zeit belegt. Quer durch die Mitte zog Götze auch vor seinem dritten Team-Tor, das Deutschland die Führung gegen die Färöer brachte. Genau ein Jahr hatte er auf einen DFB-Treffer warten müssen. Zuletzt war er beim 6:2 im September 2011 gegen Österreich erfolgreich gewesen.
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