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Sport Fußball
12/28/2021

Drei Spiele, ein Lattentreffer für Rapid: Hugo Maradona ist tot

Der Bruder von Diego Maradona starb mit nur 52 Jahren an einem Herzinfarkt. In Hütteldorf war er einst Topverdiener.

von Günther Pavlovics

Nach Diego Maradona ist auch dessen Bruder Hugo gestorben. Das jüngste der acht Maradona-Geschwister wurde nur 52 Jahre alt. Er erlitt einen Herzstillstand in seinem Haus in Monte di Procida bei Neapel.

An die Erfolge seines Bruders konnte Hugo Maradona nicht anknüpfen. Er war zwischen 1985 und 1999 in Italien, Spanien, Venezuela, Österreich, Uruguay und Japan aktiv.  Österreich? Hugo Maradona wurde im Sommer 1990  von Rapid leihweise von Neapel verpflichtet. Der 21-Jährige sah aus wie ein Buberl, an Bruder Diego erinnerte nur das Flinserl im Ohr. 

Auch punkte Lebensstil erinnerte in seiner Wiener Zeit nicht viel an Diego, er trank keinen Alkohol und feierte keine Partys. Hugo war 21 Jahre alt, seine Freundin Maria Delia aus Neapel begleitete ihn. Nach den Trainings verkroch er sich mit ihr in der Wohnung in Meidling und las eine Biografie einer berühmten Persönlichkeit.

Er war eine Attraktion, nicht weil er so gut war, sondern weil er der Bruder war. Das war so in Ascoli, in Madrid, in Fukuoka, in Sapporo und natürlich auch in Wien – überall war er der Bruder.

Als er mit Rapid im Trainingslager in Eisenkappel war, kam ein TV-Team zu ihm ins Hotel, weil eine TV-Show zur gerade laufenenden WM gedreht wurde – Bruder Diego spielte gleichzeitig mit Argentinien in Italien. Hugo reagierte auf diese ständige Aufmerksamkeit mit Distanz, die an Arroganz erinnerte. Selbst wenn er auf Spanisch gefragt wurde, blieb er Journalisten gegenüber einsilbig, taute nur selten  auf.

Leichtgewicht

Hugo war nur knapp über 1,60 Meter groß und ein Leichtgewicht, dem es trotz guter Technik nicht gelang, sich durchzusetzen. Zudem zog er sich noch vor Beginn der Meisterschaft eine Meniskusverletzung zu, weshalb er operiert werden musste.

Erst im September spielte er wieder – vorerst in der U-21-Mannschaft. Für die Profis reichte es nur zu drei Spielen und einem Lattenschuss. Im Frühjahr spielte er ab und zu in der U 21, meist meldete er sich verletzt.

Im Mai 1991 sagte er frustriert: „Ich habe bei Rapid keine Ziele mehr. Ich warte nur noch auf mein Geld.“ Im Juni endete der Leihvertrag. Rapid weinte ihm keine Träne nach, mit 100.000 Schilling im Monat war er ein Top-Verdiener.

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