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12.04.2018

Europa League: Salzburgs Rekordjäger brauchen eine Aufholjagd

Österreichs Meister läuft gegen Lazio einem 2:4 nach. Die erfolgreichste Europacup-Saison der Ära Red Bull ist es ohnehin.

„Ich kann mit dieser Frage nichts anfangen. Was hat das mit unserem Spiel zu tun, was habe ich mit AS Rom gegen Lazio zu tun?“ Der Ärger von Marco Rose in der Pressekonferenz vor dem heutigen Viertelfinal-Rückspiel gegen Lazio Rom (21.05 Uhr, live Puls4, Sky) war hörbar, als er gefragt worden war, ob es für seine Elf ein Vorteil wäre, dass der Gegner am Sonntag das Derby gegen Roma hat.

Grund für eine besondere Aufgeregtheit gibt es aber keinen. Ein 2:4 ist kein Rückstand, der unaufholbar ist. Und selbst wenn seine Mannschaft gegen Lazio ausscheiden sollte, ist es trotzdem noch immer die beste Europacup-Saison der Ära Red Bull.

Was hat Österreichs Meister in dieser Erfolgssaison schon alles erreicht?

Die meisten Spiele aller Viertelfinalisten gemacht: Salzburg ist die einzige Mannschaft im Viertelfinale, die schon in der zweiten Qualifikationsrunde dabei war. Das Heimspiel gegen Lazio ist das 18. Europacup-Spiel in in dieser Saison.Von den weiteren Europa-League-Viertelfinalisten kommen Salzburg Gruppengegner Marseille und ZSKA Moskau (je 16 Spiele) am nächsten. Lazio hat wie Arsenal und Leipzig erst zwölf Bewerbspiele absolviert. Es ist auch Österreich-Rekord. Bisher hatte Sturm die meisten Spiele in einer Europacup-Saison (2000/’01: 16 Partien).

Zwei fixe Gruppenplätze für Österreich mitgeholt: Natürlich haben auch andere österreichische Klubs in den vergangenen fünf Saisonen Punkte für das UEFA-Länderranking geholt, aber den Großteil hat Salzburg gemacht (65 von 138 Punkten). Österreich machte in dieser Saison vier Plätze im Länderranking gut, liegt nun auf Rang elf. Deshalb haben 2019 der Meister (Champions League oder Europa League) und der Cupsieger (Europa League) je einen Fixplatz in der Gruppenphase – und das zum ersten Mal.

18 Ränge im europäischen Klubranking verbessert: Als Fünfzigster des UEFA-Rankings war der FC Salzburg in diese Europacup-Saison gestartet. Dank des Erfolgslaufs in dieser Saison konnte sich der Serienmeister auf Rang 32 verbessern. Das ist gleichzeitig die beste Platzierung in der Klubgeschichte und die beste eines Bundesliga-Klubs seit 1995. (Platz 29 für den FC Tirol).

Fast acht Millionen Euro an Prämien eingespielt: Schon das bittere Ausscheiden in der Champions-League-Quali gegen Rijeka wegen der Auswärtstorregel wurde von der UEFA mit einer Million Euro versüßt. Wesentlich mehr hat die Erfolgsserie in der Europa League gebracht. Neben 2,6 Millionen Euro Startgeld gab es bisher 2,85 Millionen Euro für den Gruppensieg und die drei Aufstiege sowie 1,44 Millionen für drei Siege und drei Remis in der Gruppenphase. Zu den sportlichen Prämien kommen nach Saisonende auch noch die Ausschüttungen aus dem sogenannten Marktpool.

120.000 Zuschauer in die Red-Bull-Arena gelockt: Mit 29.520 verkauften Eintrittskarten ist das Heimspiel gegen Lazio Rom genauso ausverkauft wie schon das Achtelfinalrückspiel gegen Borussia Dortmund. Insgesamt besuchten in dieser Saison fast 120.000 Zuschauer die neun Europacup-Heimspiele von Salzburg. Das ist ein Schnitt von immerhin mehr als 13.000 pro Partie.

Den Wert der Spieler erneut gesteigert: Dank der Erfolge in der Europa League vergeht derzeit praktisch kein Tag, an dem nicht ein Salzburg-Spieler mit einem europäischen Spitzenklub in Verbindung gebracht wird – zuletzt war es Valon Berisha, der beim FC Liverpool ein Thema sein soll. Wie der Kosovare haben auch alle anderen Stammspieler bei Salzburg längerfristige Verträge. Das ist bei möglichen Verkäufen eine gute Verhandlungsbasis und erhöht natürlich die Ablöseforderungen. Bei großen Talenten wie Amadou Haidara und Diadie Samassékou sind zweistellige Millionensummen durchaus realistisch.