Bestürzung über Uniteds Auftritt in Liverpool

Enttäuschte Fußballspieler von Manchester United vor einer jubelnden Zuschauermenge.
Manchester United steht nach der Niederlage vor dem Aus. Tottenham in Dortmund chancenlos.

Liverpool obenauf, Manchester United am Boden: Die Premiere des Klassikers auf europäischer Ebene wurde zu einer überraschend klaren Angelegenheit. Die "Reds" dominierten das Europa-League-Achtelfinal-Hinspiel an der Anfield Road und haben nach einem 2:0-Sieg beste Aufstiegschancen.

United steht hingegen vor dem Aus. Wie auch Kevin Wimmers Tottenham, das gegen Borussia Dortmund völlig chancenlos war.

Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, jubelt an der Seitenlinie.
Football Soccer - Liverpool v Manchester United - UEFA Europa League Round of 16 First Leg - Anfield, Liverpool, England - 10/3/16Liverpool manager Juergen Klopp celebrates after Roberto Firmino scored their second goal Action Images via Reuters / Carl RecineLivepicEDITORIAL USE ONLY. TPX IMAGES OF THE DAY
Liverpool zeigte ausgerechnet im Duell mit dem großen Rivalen die beste Vorstellung vor eigenem Publikum in der fünfmonatigen Amtszeit von Jürgen Klopp. "Wir waren von der ersten Sekunde an gut, haben alles auf den Platz gebracht", lobte Liverpools Trainer seine Truppe. Die Stimmung im Stadion war dementsprechend. "Das war das Liverpool, wie ich es aus früheren Glanzzeiten kenne. Die Atmosphäre war unglaublich", bedankte sich Klopp beim Anhang.

Vor allem vor der Pause schnürten die Gastgeber den Gegner in der eigenen Hälfte ein, United konnte sich kaum befreien. Da Goalie David de Gea aber in Höchstform agierte, blieb das Elfmetertor von Daniel Sturridge (20.) der einzige Treffer vor der Pause. "Sie haben in der ersten Hälfte sehr gut gespielt, wir haben kein Mittel gefunden. De Gea war fantastisch", analysierte ein enttäuschter United-Trainer Louis van Gaal.

Nach dem Seitenwechsel, wo United zumindest etwas besser in die Partie kam, sorgte Roberto Firmino (73.) für die Entscheidung. "Vor dem Spiel hätte ich ein 2:0 sofort genommen, aber wir hätten noch mehr Tore schießen können", trauerte Klopp auch den vergebenen Chancen nach. So darf sich United noch kleine Hoffnungen auf die Wende kommende Woche im Old-Trafford-Stadion machen.

"Es war chaotisch, ein Desaster"

"Wir haben zu wenig gemacht, um ein Tor zu erzielen, haben aber noch eine zweite Chance. Es ist noch möglich, aufzusteigen", hat United-Offensivspieler Marouane Fellaini das Viertelfinale noch nicht abgeschrieben. In der Verfassung vom Donnerstag wird das aber ein Wunschgedanke bleiben. Ehemalige United-Granden waren bestürzt über den Auftritt an der Anfield Road. "Es war chaotisch, ein Desaster", kritisierte Ex-Spieler Paul Scholes.

Bei Liverpool zeigt die Formkurve hingegen klar nach oben, in der Liga hatte es zuvor schon drei Siege in Folge gegeben. "Wir wissen, dass es erst das Hinspiel war, aber wenn wir in Manchester wieder so auftreten, wird es schwierig für sie, uns zu schlagen", war Klopp guter Dinge. Während sein Klub in der Premier League unmittelbar hinter United nur Siebenter ist, steht Tottenham überraschend auf Rang zwei. Deshalb spielt die Europa League nicht so eine große Rolle für die "Spurs", die den vollen Fokus auf den Liga-Titelkampf legen.

Tottenham in Dortmund chancenlos

Hugo Lloris versucht, ein Tor während eines Fußballspiels zu verhindern.
TOPSHOT - Dortmund's striker Marco Reus (C) scores the 2-0 goal past Tottenham Hotspur's French goalkeeper Hugo Lloris (L) during the UEFA Europa League Round of 16 first-leg football match between BVB Borussia Dortmund and Tottenham Hotspur in Dortmund, western Germany on March 10, 2016. / AFP PHOTO / dpa / Ina Fassbender / Germany OUT
Die 0:3-Niederlage bei Borussia Dortmund war aufgrund von sieben Änderungen gegenüber dem 2:2 gegen Arsenal am Samstag deshalb keine allzu große Überraschung. "Es war ein ganz schlechter Tag für uns, wir haben nicht gut gespielt, ich bin sehr enttäuscht", sagte Tottenham-Trainer Mauricio Pochettino. Seine Elf kassierte zum ersten Mal in der laufenden Saison eine Niederlage mit mehr als einem Tor Unterschied. " Dortmund ist ein sehr starker Gegner, der normalerweise in der Champions League spielt", betonte der Argentinier nach seinem 100. Spiel als Spurs-Coach.

Kevin Wimmer war als einer der wenigen Stammkräfte im Einsatz. "Die Dortmunder haben uns früh gepresst. Gefühlt kam alle zwei Minuten ein Angriff auf uns zu. Unsere Umschaltbewegung war einfach nicht gut und wir haben die Bälle viel zu leicht hergegeben und damit das Spiel völlig verdient verloren. Wir waren viel zu harmlos", analysierte der ÖFB-Teamverteidiger. Die drei Treffer von Marco Reus (2) und Pierre-Emerick Aubameyang (33. Saisontor) noch wettzumachen, wird im Rückspiel wohl eine unlösbare Aufgabe. Der BVB nahm den Schwung vom Liga-0:0 gegen die Bayern mit. "Wir haben sehr frisch, sehr griffig gewirkt", lobte Thomas Tuchel seine Mannschaft.

Für einen anderen ÖFB-Legionär sind die Aufstiegschancen etwas höher. Der FC Basel holte mit Marc Janko gegen Titelverteidiger FC Sevilla ein 0:0.

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