Sport | Fußball
26.03.2018

Erste personelle Erkenntnisse unter Foda

Bei den taktischen Umstellungen des neuen Teamchefs gibt es lachende und weinende Gesichter

Das 2:1 gegen Uruguay im November war ein erstes Abtasten bei Franco Fodas Premiere. Nach der letzten Trainingswoche in Kärnten und dem Sieg gegen Slowenien lässt sich schon eher erahnen, in welche Richtung es unter dem neuen Teamchef gehen könnte. Die Leistung beim 3:0 war die überzeugendste seit längerer Zeit. Und selbst, wenn es freilich nur eine Momentaufnahme ist: erste Gewinner und Verlierer lassen sich ausmachen.

Stefan Ilsanker: Wer auf drei Positionen spielen kann, macht es jedem Trainer schwer, über eine Nominierung hinwegzusehen. Ilsankers über Jahre verlässliche Auftritte erhielten am Freitag eine neue Facette. Fodas innovatives Projekt mit dem 28-Jährigen als Schlüsselspieler könnte sich künftig bezahlt machen. Ilsanker kann während der Partie aus dem Abwehrzentrum ins Mittelfeld wechseln und Foda müsste bei einer Umstellung von 3-4-3 auf 4-2-3-1 keinen Spielerwechsel verbrauchen.

Aleksandar Dragovic: Für den langjährigen Abwehrchef heißt es unter Foda womöglich vorerst „bitte warten“. Halblinks ist Hinteregger ob seines linken Fußes gesetzt. Bleibt Dragovic nur, sich mit Sebastian Prödl um den Platz im Zentrum zu konkurrieren. Und der gilt seit gemeinsamen Sturm-Graz-Zeiten als Fodas Lieblingsschüler. Am Dienstag in Luxemburg wird sich der Leicester-Legionär aber vermutlich beweisen dürfen.

Stefan Lainer: Dass Foda den bisher überzeugenden Moritz Bauer am Freitag auf die Bank setzte, war eine kleine Überraschung. Der Auftritt Lainers ließ jedoch keine Fragen mehr offen. Der Salzburger knüpfte an seine jüngsten Leistungen in der Europa League an, der 25-Jährige bringt momentan alle Attribute mit, die auf seiner so vielseitigen Position verlangt werden. Foda hat die Qual der Wahl und Gewissheit, dass er sich auf beiden Seiten auf der auch im internationalen Vergleich oft spärlich besetzten Position des Außenverteidigers keine Sorgen machen muss.

Konrad Laimer: Der Leipziger ist nach zuletzt mehrmaligen Einberufungen diesmal überhaupt nur bei der Unter-21. Das kann mitunter auch daran liegen, dass er bei seinem Klub derzeit hauptsächlich als Außenverteidiger zum Einsatz kommt. Im zentralen Mittelfeld erhielten Xaver Schlager und Peter Zulj den Vorzug. Dazu hat Laimer im Mittelfeld mit Baumgartlinger, Schöpf, Grillitsch, und auch Ilsanker derzeit wohl zu viel Konkurrenz. Stress hat Laimer aber keinen. Der 20-Jährige wird noch genügend Länderspiele bestreiten.

Valentino Lazaro: Viel Spielpraxis und ein Engagement im Ausland bei Hertha BSC machen sich bezahlt. Der 22-Jährige hat offenbar den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gemacht. Dank Lazaro und Lainer war Österreich am Freitag nicht nur über den linken Parade-Flügel gefährlich.