Sport | Fußball
27.05.2018

Ersehntes Saisonende für die Austria beim Auswärts-Heimspiel

Eine schwierige Saison für die Veilchen geht mit dem nach Wiener Neustadt verlegten Heimspiel gegen Salzburg zu Ende.

Auf ungewohntem "Heim"-Terrain endet die Saison für die Wiener Austria. Am Sonntag (17.30 Uhr) steht in Wiener Neustadt das letzte Spiel einer völlig verkorksten Saison an, der Gegner ist Meister Red Bull Salzburg. "Sauber zu Ende spielen", lautet das Motto von Austria-Coach Thomas Letsch, dem viele Kicker fehlen. Die "Bullen" reisen völlig entspannt an.

Die Vorzeichen stehen freilich nicht allzu gut. Fünf Niederlagen kassierte man in den jüngsten sechs Partien, dazu gesellt sich akute Personalknappheit. Thomas Salomon (gesperrt), Lucas Venuto (Schulter), Felipe Pires (Vertrag bereits beendet), Tarkan Serbest (beim türkischen Nationalteam), Alexandar Borkovic (Muskelverletzung) sowie die beiden rekonvaleszenten Robert Almer und Christoph Martschinko stehen Letsch nicht zur Verfügung. Raphael Holzhauser, der im Sommer geht, stand zuletzt gar zweimal nicht im Kader. "Die Mannschaft stellt sich mehr oder weniger von alleine auf", meinte Letsch trocken.

"Zumindest ein gutes Spiel"

Noch dazu muss man ins Stadion des SCWN ausweichen, weil das Happel-Oval aufgrund des Frauenlaufs im Prater nicht verfügbar ist. "Wir müssen Lockerheit reinbringen", sah sich Letsch zum Saisonabschluss nicht zuletzt als Mental-Arbeiter gefordert. "Wir wollen ein Erfolgserlebnis, zumindest ein gutes Spiel machen. Das sind wir uns selbst schuldig, das sind wir den Fans schuldig", betonte der Deutsche. Im Idealfall holt seine Truppe drei Punkte, während Mattersburg zuhause dem LASK unterliegt. Nur dann würde man die Saison auf Platz sechs abschließen.

Die erste Niederlage seiner noch jungen Ära bei der Austria kassierte Letsch am 18. März in Salzburg. Sie fiel mit 0:5 heftig aus. Nicht alles sei dabei schlecht gewesen. "Wir haben das in der ersten Hälfte sehr gut gemacht, waren sehr stabil", erinnerte sich Lieferings Ex-Coach. "Ein dummes Freistoßtor" und der zweite Gegentreffer hätten seiner Truppe dann das sprichwörtliche Genick gebrochen. "Dann sind wir auseinandergebrochen." Auch deshalb werde es am Sonntag "vor allem darum gehen, kompakt zu stehen".

Für seinen Landsmann und Salzburg-Coach Marco Rose ist die violette Misere der vergangenen Wochen erklärbar. "Es ist immer schwierig, eine neue Spielidee hineinzubringen, noch dazu, wenn sie stark mit der vorhergehenden kollidiert", meinte er. Seine Truppe kann jedenfalls hochgradig entspannt in die Partie gehen, für sie steht - fast - nichts mehr am Spiel. "Wir haben in der Meisterschaft alle Ziele erreicht, die wir erreichen wollten", stellte Rose zufrieden fest.

Punkterekord im Visier

Sollte seine Elf allerdings zumindest ein Remis holen, würde sie den Punkterekord bei 36 Runden von der Austria aus der Saison 1985/86 egalisieren, wenn man die zwei Punkte für den Sieg auf drei umrechnet (84). Bei einem Erfolg wären es sogar 86 Zähler. Außerdem würden die Salzburger den Rekord der Austria von damals (26 Saisonsiege) egalisieren.

So wie auch Letsch geht Rose mit einer stark veränderten Elf ins 62. Saisonspiel. Hannes Wolf (gesperrt), Andre Ramalho (Muskelprobleme), Andreas Ulmer (Oberschenkel), Stefan Lainer, Cican Stankovic (beide Nationalteam), Patrick Farkas (Kreuzbandriss), Hwang Hee-chan (bei Nationalteam Südkoreas) und Valon Berisha (Wade) sind nicht dabei, andere werden ihre Chance erhalten. So wie Dreiergoalie Coronel, der vor seinem Ligadebüt steht. "Er ist Teil der Mannschaft und hat es sich verdient", betonte Rose.

Nicht unverdient wäre wohl auch die Torschützenkrone für die Munas Dabbur. In der betreffenden Wertung liegt er vor der finalen Partie mit 22 Treffern um zwei vor Sturms Deni Alar. "Ich werde versuchen, locker zu bleiben", versicherte der Israeli, der diesen Titel schon 2015/16 mit den Grasshoppers Zürich holte. Abwanderungsgerüchten trat er entgegen: "Ich fühle mich hier sehr gut und will auch hierbleiben, um die nächsten Ziele anzugehen."