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Sport | Fußball
03/12/2019

EM-Quali: ÖFB-Kader mit Neuling Posch und Routinier Prödl

Österreichs Teamchef Franco Foda präsentierte am Dienstag seinen Kader für die Spiele gegen Polen und Israel.

Im Kader der ÖFB-Auswahl für den Auftakt der Fußball-EM-Qualifikation sind die ganz großen Überraschungen ausgeblieben. Österreichs Teamchef Franco Foda vertraut vor dem Heimspiel am 21. März gegen Polen und dem Auswärtsmatch drei Tage später gegen Israel bewährten Kräften, lediglich Hoffenheim-Verteidiger Stefan Posch wurde erstmals für die Nationalmannschaft nominiert.

Ein Comeback gibt es für Hannes Wolf (Salzburg) und Philipp Lienhart (Freiburg), auch Sebastian Prödl schaffte es ins Aufgebot. Der Steirer brachte es in dieser Saison nur auf zwei Pflichtspiel-Einsätze für Watford, fehlte im Winter wochenlang wegen einer Muskelverletzung und spielte zuletzt für die U23-Mannschaft seines Clubs.

Dennoch hält Foda am 31-Jährigen fest. "Er trainiert seit mehreren Wochen mit der Mannschaft, aber der Trainer gibt ihm keine Chance. Doch bei mir hat er, wenn er fit war, immer gespielt und seine Leistung abgerufen. Er ist als Spieler und Mensch für die Mannschaft extrem wichtig, deswegen habe ich entschieden, ihn zu nominieren", erklärte der ÖFB-Coach.

Sorgen mit Blessuren

Prödls Abwehrkollege Posch überzeugte Foda zuletzt durch seine Leistungen bei Hoffenheim. "Er hat über einen längeren Zeitraum konstante Leistungen abgerufen und ist vor allem variabel einsetzbar", sagte der Deutsche über den 21-Jährigen.

Auch Lienhart präsentierte sich in der jüngeren Vergangenheit beim SC Freiburg in guter Verfassung, hat jedoch mit den Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung zu kämpfen. "Aber er beginnt Mitte dieser Woche mit Lauftraining", berichtete Foda.

Lienhart ist nicht der einzige aktuelle ÖFB-Teamspieler, der sich in den vergangenen Tagen mit Blessuren herumschlagen musste. So fehlten etwa David Alaba (Bayern) oder Valentino Lazaro (Hertha) ihren Vereinen in der vergangenen deutschen Bundesliga-Runde wegen Verletzungen. "Aber die Rückmeldungen sind so, dass alle Angeschlagenen am kommenden Wochenende im Einsatz sein werden, insofern gibt es da keine Probleme", stellte Foda klar.

Probleme im Angriff

Probleme gibt es hingegen bei Österreichs Angriffsabteilung. Guido Burgstaller war in diesem Jahr zunächst verletzt, befindet sich nun mit Schalke im Krisenmodus und agiert derzeit vor dem Tor ebenso glücklos wie Augsburgs Michael Gregoritsch. Marko Arnautovic zählt seit dem Transfergeplänkel nicht mehr zu West Hams Stammformation.

Dennoch gab sich Foda zuversichtlich. Er sei von allen seinen Spielern überzeugt, beteuerte der Teamchef und sagte über Arnautovic: "Er hat oft bewiesen, dass er den Unterschied ausmachen kann. Ich gehe, davon aus, dass er hochmotiviert sein wird, für das Nationalteam zu spielen." Foda will seine Stürmer nicht nur an Toren messen. "Es ist wichtig, wie sie für die Mannschaft arbeiten und welche Opfer sie für die Mitspieler bringen."

Ein großes Maß an Opferbereitschaft wird nötig sein, um das große Ziel, die Teilnahme an der EURO 2020, zu erreichen. Dazu muss Österreich unter den Top-Zwei landen. "Wir wollen alles unternehmen, um bei der EM dabei zu sein, dementsprechend werden wir uns gut vorbereiten", kündigte Foda an.

Fokus auf Polen-Spiel

Gleichzeitig betonte der 52-Jährige, dass bei einem Fehlstart noch nicht alles verloren wäre. "Wir haben insgesamt zehn Spiele. In den ersten beiden Spielen wird nichts entschieden, unabhängig davon, wie viele Punkte wir haben."

Zunächst liege der Fokus ganz auf dem Polen-Match, für das bis Dienstag über 35.000 Karten abgesetzt waren. Erst danach rückt für Foda das Duell mit den Israelis und deren Teamchef Andreas Herzog in den Mittelpunkt. "Ich gehe davon aus, dass es für Andi ein sehr spezielles Spiel ist. Wir verstehen uns sehr gut, haben uns auch immer ausgetauscht."

Einiges erzählen könnte Foda seinem Teamchef-Kollegen über die nicht zustande gekommene Einbürgerung von Ashley Barnes. In dieser Causa habe sich der Verband nichts vorzuwerfen. "Es gab immer wieder positive Signale, und alle im ÖFB waren extrem bemüht. Anscheinend war die Kooperation zwischen dem Sportministerium und dem Innenministerium nicht optimal", sagte Foda, nach dessen Angaben Vizekanzler und Sportminister Heinz-Christian Strache "seinen Fehler eingesehen" habe. "Es ist einfach nur schade für Barnes, er war doch etwas niedergeschlagen. Vielleicht gelingt ihm jetzt der Sprung in die englische Nationalmannschaft", erklärte Foda.