Sport | Fußball
21.03.2012

Eklat nach Dortmunds Last-Minute-Sieg

Ex-Schalker Asamoah und Ur-Dortmunder Großkreuz gerieten nach dem Pokal-Halbfinale in Fürth aneinander.

Wutentbrannt sauste Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz nach dem späten BVB-Glücksschuss in der Verlängerung auf den Ex-Schalker Gerald Asamoah zu und geriet mit dem Fürther Stürmer heftig aneinander.

Beim Wortgefecht soll der Dortmunder Nationalspieler den in Ghana geborenen Asamoah heftig beleidigt haben - sogar mit rassistischem Hintergrund, wie Fürths Verteidiger Mergim Mavraj behauptete.

BVB-Trainer Jürgen Klopp sagte: "Ich weiß, dass das ein oder andere Wort gefallen ist, das nicht in Ordnung war."

Großkreutz wollte zunächst auf die Vorwürfe nicht eingehen, sagte zum scharfen Wortgeplänkel nur: "Wer doofe Sprüche gibt, muss damit auch leben."

Noch in den Stadionkatakomben wurde er von den Dortmunder Bossen zur Seite genommen - Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc redeten eindringlich auf ihren Schützling ein. In der Bild-Zeitung bestritt Großkreutz später, Asamoah rassistisch beleidigt zu haben.

Beschämend

Bei zwei Fürthern war die Wut besonders groß: Gerald Asamoah und Trainer Mike Büskens ärgerten sich als Ex-Schalker besonders über die Pleite gegen den Lieblingsfeind aus Dortmund. Zwölf Jahre lang spielte Asamoah beim Dortmunder Ruhrpott-Kontrahenten Schalke 04, 18 Jahre lang war Büskens, der Großkreutz` Wortattacke als "beschämend" geißelte, ein Gelsenkirchener.

Asamoah war als Königsblauer schon mehrmals mit BVB-Kickern aneinandergeraten. "Der `Asa` hat halt eine Vorgeschichte - aber er braucht sich trotzdem nicht von einem pubertierendem Jungen beleidigen zu lassen bezüglich seiner Hautfarbe", schimpfte Fürth-Verteidiger Mavraj. Der im Spiel glücklose Asamoah raunte in Richtung Großkreutz: "Zu so einem Typen brauch ich nicht viel sagen, er ist es nicht wert, darüber zu reden."

Beim Ruhrpott-Derby 2007 war es zwischen Asamoah und Dortmund-Goalie Roman Weidenfeller besonders hoch hergegangen: Asamoah behauptete damals, der Schlussmann habe ihn als "schwarzes Schwein" bezeichnet, Weidenfeller bestritt dies. "Es ist nur auffällig, dass - wenn in irgendeiner Weise so was ist -, Gerald Asamoah immer dabei ist", stichelte Watzke am späten Dienstagabend.

Tormanntausch

So ganz vermiesen lassen wollten sich die Dortmunder den DFB-Pokalfinaleinzug trotzdem nicht. "Das ist ein absoluter Traum", befand Klopp nach einem Spiel gegen den "gefühlten Erstligisten Fürth" (Zorc).

In der Verlängerung drohte der BVB die große Chance leichtfertig aus der Hand zu geben - Fürth wirkte physisch stärker. Als Büskens zwei Minuten vor Schluss seinen Ersatzkeeper und Elfmeter-Killer Jasmin Fejzic für den starken Max Grün brachte, stellten sich alle 15 500 Zuschauer auf einen Showdown im Elfmeterschießen ein. Dann schlug Gündogans Stunde: Aus 16 Metern pfefferte er den Ball an den Pfosten, vom Rücken des Unglücksraben Fejzic prallte der Ball ins Tor.

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