Sport | Fußball
09.06.2017

Eklat bei Schweigeminute: Verband entschuldigt sich

Der saudische Fußballverband teilte mit, dass man das Gedenken an die Opfer nicht habe stören wollen.

Nach den Irritationen bei einer Schweigeminute für die Londoner Terroropfer während eines WM-Qualifikationsspiels zwischen Australien und Saudi-Arabien hat sich Saudi-Arabiens Fußballverband für das Verhalten seiner Nationalspieler entschuldigt. Die Spieler hätten nicht beabsichtigt, das Gedenken an die Opfer zu stören oder Hinterbliebene zu verletzen, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag.

Der Verband verurteile jeglichen Terrorismus und Extremismus und spreche den Familien der Opfer sowie Großbritanniens Regierung und Volk sein aufrichtiges Beileid aus. Laut einem Sprecher des australischen Fußballverbands (FFA) hat die Delegation aus Saudi-Arabien vor dem Spiel klargemacht, dass sie die Schweigeminute nicht achten werde. Das sagte der Mann britischen Medien. "Die FFA ist von Saudi-Teamoffiziellen informiert worden, dass diese Tradition nicht im Einklang mit der saudischen Kultur sei", so der Sprecher gegenüber The Sun.

Das Verhalten der Spieler vor dem WM-Qualifikationsspiel in Australien hatte für Pfiffe aus dem Publikum gesorgt. Vor der Partie am Donnerstag in Adelaide sollten die Opfer der jüngsten Terrorattacke in London mit einer Schweigeminute geehrt werden. Während die Australier nebeneinander am Mittelkreis Aufstellung nahmen und der Terroropfer gedachten, setzten mehrere saudi-arabische Spieler ihre Aufwärmübungen fort. Nur einige Gäste-Profis hielten mit hinter dem Rücken verschränkten Armen inne.

Der "Sydney Morning Herald" zitierte den australischen Fußball-Verband (FFA) nach dem Spiel, die Saudis hätten sich zwar bereit erklärt, der Toten zu gedenken, aber in ihrer eigenen Art und Weise. Eine klassische Schweigeminute stehe "nicht im Einklang mit ihrer Kultur", hätten Team-Offizielle der FFA mitgeteilt.