Sport | Fußball
14.12.2011

Ein Oligarch für AS Monaco

Ein Russe soll Monaco vor dem Absturz in die Drittklassigkeit retten, der Fußball als Spielwiese für Oligarchen.

Monaco. Glanz und Glamour, Steuerparadies, Heimat der Reichsten der Reichen. Das Stade Louis II, ein reines Sitzplatzstadion für 18.500 Zuschauer, steht mitten im Stadtteil Fontvieille. Auch 26 Jahre nach der Eröffnung beeindruckt die schmucke Anlage noch immer: Hohe Bögen begrenzen die Tribünen hinter den Toren, Rolltreppen führen zu den Rängen, das Spielfeld liegt weit über Straßenhöhe, darunter liegt ein viergeschoßiges Parkhaus. Im Bauch des Stadions sind Boutiquen untergebracht sowie eine Sport- und eine Schwimmhalle.

Absturz

Der Heimverein jedoch hat seine große Zeit hinter sich. 34 Jahre lang spielte AS Monaco durchgehend in der höchsten französischen Liga mit und holte sieben Meistertitel. Fürst Albert II war begeisterter Anhänger. Heuer jedoch erreichte der Klub den vorläufigen Tiefpunkt – er stieg in die zweite Liga ab. Nun droht sogar der Sturz in die Drittklassigkeit: Nach 16 Runden hält Monaco in der Ligue 2 bei nur einem Sieg. Doch Hoffnung naht, in Form eines neuen russischen Besitzers. Geschäftsmann Dmitri Ribolowlew wird den sportlich und finanziell strauchelnden Klub mit Jahresende übernehmen. Am Dienstag vermeldete Monacos Präsident Étienne Franzi den Deal aber als perfekt. "Das sind gute Neuigkeiten für AS Monaco und für den französischen Fußball", sagte Franzi begeistert.Dmitri Ribolowlew liegt 2011 auf Platz 93 der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Das, obwohl er zwei Jahre lang (von 1996 bis `98) wegen Mordverdachts inhaftiert war und anschließend freigesprochen wurde. Im Vorjahr verkaufte er seine Düngemittelfirma um fünf Milliarden Euro, sein Vermögen wird auf 5,6 Milliarden geschätzt. Ribolowlew reiht sich ein in die Liste der superreichen Fußball-Investoren aus der ehemaligen Sowjetunion.

Einkauf

Deren bekanntester ist Roman Abramowitsch (10,3 Milliarden Euro, Nummer 53 der Forbes-Liste). Der Oligarch kaufte den FC Chelsea 2003 um 210 Millionen Euro. In den folgenden acht Jahren investierte er 760 Millionen in den Verein. Trotz dreier Meistertitel blieb der ganz große Erfolg bisher aus – der Sieg in der Champions League. Suleiman Kerimow (fünf Milliarden Euro, Nummer 118 der Forbes-Liste) steckte 150 Millionen Euro in den FC Anschi Machatschkala, der seit 2010 in der höchsten russischen Liga spielt. Für zehn Millionen wurde der brasilianische Teamspieler Jucilei da Silva gekauft, um 14 Millionen der Ungar Dzsudzsák, um 27 Millionen der Kameruner Samuel Eto’o. Für eine Jahresgage von sechs Millionen Dollar spielt der Brasilianer Roberto Carlos beim Verein am Kaspischen Meer.Der Tschetschene Bulat Tschagajew, der Besitzer von Xamax Neuchâtel, erwirtschaftete sein Vermögen durch Rohstoff- und Immobilienfirmen. Manche vermuten auch Verbindungen zum Waffenhandel. Derzeit wird er der Urkundenfälschung beschuldigt.Olexandr Jaroslawskyj ist einer der reichsten Männer der Ukraine und investierte 290 Millionen Euro im Zuge der Vorbereitungen auf die EURO 2012, einen großen Teil davon in Metalist Charkiw. Vor dem letzten Spieltag steht die Elf in der Europa League in der Austria-Gruppe G als Fixaufsteiger fest. 2009/`10 war man noch in den Play-offs gescheitert – an Sturm Graz.