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Sport Fußball
08/02/2019

Druckkessel Austria: "Bei Niederlagen wird alles hinterfragt"

Trainer Christian Ilzer über die Situation in Favoriten, den verpatzten Auftakt und das wichtige LASK-Match.

von Harald Ottawa

Mit großen Vorschusslorbeeren ging die Wiener Austria in die Saison. Vergessen soll das schwache Abschneiden in den jüngsten zwölf Monaten sein, mit dem Steirer Christian Ilzer übernahm ein zuletzt erfolgreicher Trainer das Zepter. Nach dem bitteren Saisonauftakt, der 1:3-Niederlage bei der WSG Tirol, steht sein neues Team im Heimspiel gegen den LASK (17 Uhr) am Samstag aber schon leicht unter Druck.

KURIER: In den vergangenen Jahren kamen immer wieder Trainer aus der Provinz nach Wien und scheiterten. Machen Sie sich darüber Gedanken?

Christian Ilzer: Nein. Was war, ist Vergangenheit. Ich befasse mich lieber mit der Gegenwart. Ich möchte auf die Spieler zugehen und sie perfekt einstellen, damit alle Kriterien, die zum Erfolg führen, umgesetzt werden können. Es gilt, verschiedene Charaktere zu einem Team zu formen. Stabilität ist sehr wichtig. Ich möchte meine Idee von Fußball und Menschenführung umsetzen.

Mit dem WAC wären Sie aber direkt in der Gruppenphase gestanden ...

Wir, und damit meine ich das ganze Trainerteam, hatten dort eine unglaubliche Saison. Das war eine Aufgabe, jetzt kommt die nächste. Wieder mit neuen Herausforderungen.

Haben Sie die Wiener Raunzerei auch schon kennengelernt?

Nein. Davon habe ich nichts gespürt. Wir sind ja auch ein bunter Haufen, unsere Spieler kommen von überall. Außerdem wohne ich mit meiner Frau und meinen beiden Söhnen (12 und 6 Jahre, Anm.) südlich von Wien im Grünen. Aber wir haben auch Wien erkundet, gut gegessen und mit den Kindern den Prater sowie das Haus des Meeres besucht.

Bei den beiden Wiener Großklubs ist die Möglichkeit, baden zu gehen, ungleich höher als anderswo. Der Erfolgsdruck ist wesentlich höher ...

Das ist mir bewusst. Erfolge stärken hier alle, bei Niederlagen wird alles hinterfragt. Wenn du woanders verlierst, hörst du eine Stimme, bei der Austria hörst du zehn Stimmen.

Die hörte man nach dem verpatzten Saisonauftakt mit dem 1:3 bei Aufsteiger WSG Tirol. Ein doch etwas unerwarteter Rückschritt schon zum Auftakt?

Natürlich sind wir alle schwer enttäuscht, vor allem die Spieler haben sich enorme Vorwürfe gemacht. Wir haben viel gesprochen nach der Niederlage und auch Einzelgespräche geführt. Ich habe versucht, inhaltlich zu bleiben. Wir brauchen nicht das Gesamtkonstrukt anzuzweifeln, weil die Spieler oftmals bewiesen haben, was sie können. Wir müssen nur an Stellschrauben drehen.

Jetzt kommt der LASK. Und damit nicht gerade ein Lieblingsgegner der Austria – in der Vorsaison gab es in vier Spielen einen Punkt. Auch dort gab es Veränderungen, macht es das leichter?

Es ist falsch zu sagen, beim LASK hätte sich durch den Trainerwechsel viel verändert. Die Mannschaft ist fast die gleiche wie in der vergangenen Saison, und das Spiel hat sich nicht einmal in Nuancen verändert. Sie spielen noch immer ein starkes Umschaltspiel, wir wollen mit Ballbesitz-Spiel punkten.

Sie haben mit Peter Stöger auch einen neuen Sportdirektor seit 1. August. Gab es schon Gespräche? Und gibt es von Ihren Seiten noch Transferwünsche?

Wir haben zuvor auch schon miteinander geredet. Im Prinzip steht der Kader, aber wir haben bis 2. September Zeit, uns zu verstärken.