Die Sitzenbleiber: Marko Arnautovic Durch den Wechsel zu Stoke spürt man einen Aufwind bei ihm. Der Einsatz als Joker gegen Irland und die erste Halbzeit in Schweden waren in Ordnung. Kein Treffer in neun Partien ist für seine Ansprüche aber zu wenig.

© APA/ANDREAS PESSENLEHNER

Sport Fußball
10/09/2012

Die Team-Trefferquote ist kein Hit

Will man gegen Kasachstan zwei Mal gewinnen, müssen zumindest zwei Tore her. Doch wer soll die machen?

Die Szene hat sich tief eingeprägt. Verursacht noch immer blankes Entsetzen, hat sich beispielhaft verewigt als Sinnbild des Versagens, des Pechs, des zur Krankheit gewordenen Images des ewigen Nichtgewinners. Marko Arnautovic und seine Fehlleistung kurz vor Schluss im ersten Qualifikationsspiel gegen Deutschland. Fünf Meter vor dem Tor rutscht ihm der Ball über den Rist – vorbei, leere Hände, keine Belohnung für ein wieder einmal hoch gelobtes Spiel.

Österreichs Nationalmannschaft bereitet sich in Bad Tatzmannsdorf auf die zwei anstehenden Spiele gegen Kasachstan vor. Stellt sich nur die Frage: Kann man sie abstellen, diese rot-weiß-rote Torarmut, das Verabsäumen von Chancen, die in letzter Zeit wenigstens kreiert und vorgefunden werden?

Tor-Lawinchen

Nimmt man die bisher erzielten Treffer des aktuellen Kaders wird beim durchblättern der Statistik ohnehin keine Torlawine losgetreten. Auf insgesamt 41 haben es die in Tatzmannsdorf versammelten Spieler gebracht. Zum Vergleich: Alleine Toni Polster hat in seiner Karriere als Teamstürmer 44 Mal gejubelt. Die derzeitige Liste führt Marc Janko mit elf Treffern an.

Der Teamchef kennt natürlich das Problem. Ein Problem, das "sich nicht nur im A-Team, sondern auch wie ein roter Faden durch andere Mannschaften zieht." Man schlage nach bei Rapids Nullnummer in Charkiw am vergangenen Donnerstag.

Die Ansicht, Toreschießen sei einzig eine Sache des Selbstvertrauens, teilt Koller nicht. Im Training wird die Treffsicherheit geübt. Und es wird sofort eingeschritten, wenn dies nicht mit der "letzten Spannung, Konsequenz und Entschlossenheit" geschieht. Man dürfe es nicht einreißen lassen, wenn im Training 10, 20, 30 Bälle blind durch die Gegend geschossen werden. Koller sagt es so, damit es auch jeder versteht: "Es muss eine Geilheit vorhanden sein, ein Tor unbedingt machen zu wollen. Jubeln kann man, wenn der Ball im Netz ist, und nicht schon vorher." Also doch auch eine Sache des jeweiligen Naturells. Auch, aber man könne diese erforderliche Konsequenz trainieren, pflichtet Andreas Ivanschitz bei.

Zumindest zwei Tore sind laut Adam Riese gegen Kasachstan nötig, um zwei Mal zu gewinnen. Überschaubar ist die Torschützenliste in der bisherigen Ära Marcel Koller: Zehn Tore in sechs Spielen sind gelungen: Junuzovic (2, davon ein Freistoß), Arnautovic (2), Ivanschitz (2, jeweils Elfer), Janko (2), Harnik, Kavlak (beide ein Tor).

Aufholbedarf

Ebenfalls verbesserungswürdig sind die Bilanzen der potenziellen Toremacher bei den jeweiligen Klubs. Harnik (Stuttgart) hat drei Meisterschaftstore geschossen und zwei im Cup gegen Falkensee-Finkenkrug.

Ivanschitz traf zwei Mal, fiel aber immerhin mit fünf Torvorlagen auf. Junuzovic kommt auf ein Tor. Arnautovic ging leer aus (14 Torschüsse in sieben Spielen). Andreas Weimann hat noch nie im Team gespielt. Für Aston Villa hat er in seiner Karriere in 19 Spielen zwei Mal getroffen, zuletzt vor einem halben Jahr. Jakob Jantscher verzeichnete diese Saison drei Erfolgserlebnisse, eines gegen Düdelingen, eines gegen Wolfsberg und eines als Russland-Legionär gegen Perm.

Und Marc Janko? Der ist seit einem Monat Teilzeitkraft bei Trabzonspor. Koller dazu: "Ich werde weiter mit ihm Geduld haben. Aber seine einzige Möglichkeit ist, sich im Training aufzudrängen." Was also bedeutet: Er sollte in Tatzmannsdorf im Strafraum höchst konzentriert zu Werke gehen.

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