Sport Fußball
12/05/2011

Die Südstadt wurde zum Tollhaus

10.650 Zuschauer sorgten für Gedränge im Geisterstadion der grauen Maus.

Zu Spielbeginn wurde es still im Hörer. Ob A1, Orange, 3 oder T-Mobile - die Sender der Telefonnetzbetreiber waren völlig überlastet ob des intensiven Gesprächsaufkommens in der Südstadt. Die 10.650 Zuschauer im Stadion der Admira waren von der Außenwelt kommunikativ abgeschottet.

Erwartet und doch ungewöhnlich für ein Spiel im Süden Wiens war der Schlager zwischen Admira und Rapid restlos ausverkauft. Schon zwei Stunden vor dem Anpfiff staute es bei der Shopping-City und die Fans standen bereits vor den noch verschlossenen Toren. Ein Wunder, dass alle rechtzeitig ihren Platz fanden. Denn die überforderten Ordner hatten die 3000 Rapid-Fans im Kreis geschickt, weil es drei verschiedene Bezeichnungen für den Sektor der Gäste-Fans gab. Es sei dem neuen Ordnerdienst verziehen, waren doch noch im Frühjahr oft nur 1500 Zuschauer zu den Spielen der Admira gekommen.

Neue Plätze

Am Samstag hatten die 10.650 nicht einmal alle Platz auf den Tribünen. Hunderte wichen auf die einstige Naturtribüne aus, um auf den Werbeplanen hinter dem Tor die Aussicht zu genießen. Die riesigen Transparente waren vor Jahren angebracht worden, damit die Südstadt nicht gar so leer aussieht. Wenn die Admira weiter so spielt, dann sollte das Fassungsvermögen bald wieder erhöht werden.

Das enorme Fanaufkommen war sogar für die Admira-Spieler ungewohnt. Sie vergaßen im Torjubel vollkommen, dass sie sich direkt vor der Rapid-Tribüne befanden. Erst als die Bierbecher im Zehntelsekundentakt flogen, ging der roten Jubeltraube der Saft aus.

Der Ansturm der Fans sorgte aber bei nicht allen für Freude. "So a Gedränge brauch i net bei jedem Spü. 6000 sind super, aber 10.000, das ist zu viel", sagte ein routinierter Fan, der seit der Stadioneröffnung 1967 erst drei Spiele versäumte.

Aufgesprungen ist er dennoch. Vier Mal sogar. So wie 6000 andere auch, als die Admira die Schwächen der Rapid-Abwehr eiskalt ausnützte. Dass am Ende auch die Rapid-Fans ihre Stimme wieder fanden, war nach der Aufholjagd der Hütteldorfer eine logische Folge.

Alte Zeiten

Der Zuschauerrekord datiert übrigens aus dem Jahr 1968. Damals kamen am 9. September mehr als 20.000. Die Fans saßen damals überall. Auf den Mauern, Zäunen und den Dächern der Stadiongebäude. Der Gegner? Richtig. Rapid. Das Ergebnis? 1:5. So ändern sich die Zeiten.

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